Ärzte Zeitung, 31.07.2013

Tipps für die Arzthelferin

Interkulturelles Feingefühl antrainieren

Die multikulturelle Gesellschaft in Deutschland bringt Herausforderungen auch für die Arztpraxen. Doch das Team kann sich vorbereiten.

Von Theresia Wölker

Deutschland wandelt sich allmählich zu einer multikulturellen Gesellschaft, die auch Auswirkungen auf die Gesundheitswirtschaft im Allgemeinen und Arztpraxen sowie Krankenhäuser im Speziellen hat.

Das betrifft nicht nur die medial oft dramatisch aufgebauschten Verständigungsschwierigkeiten, die ausländische Ärzte im Arbeitsalltag in Deutschland haben, woraufhin Rheinland-Pfalz zum Beispiel eine verbindliche Sprachprüfung für Mediziner aus dem Ausland eingeführt hat.

Die kulturelle Vielfalt wird auch im Praxisalltag immer deutlicher - oft einhergehend mit großen Herausforderungen für das gesamte Praxisteam - und damit auch die Medizinischen Fachangestellten (MFA).

Es lauern kulturelle Fettnäpfchen

Das Hauptproblem auf beiden Seiten sind dabei nicht unbedingt nur mangelnde Kenntnisse der Sprache des jeweils anderen vor und hinter dem Praxistresen.

Oft lauern auch kulturelle Fettnäpfchen, wenn zum Beispiel männliche Vertreter streng muslimischen Glaubens ein Gespräch mit der MFA ablehnen oder ihr keinerlei Respekt entgegenbringen.

Hier ist von MFA interkulturelles Feingefühl gefragt, da die Praxis für jeden Anspruchsberechtigten offen stehen sollte.

Eine professionelle interkulturelle Schulung des Praxisteams zum Umgang mit Patienten aus unterschiedlichen Kulturen, die mit einem äußerst ausdifferenzierten Verständnis von Krankheit und Gesundheit korrelieren, kann MFA Sicherheit für interkulturelle Herausforderungen in der Praxis geben.

Hilfreich kann es auch sein, ins Praxisteam eine MFA mit Migrationshintergrund aufzunehmen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »