Ärzte Zeitung, 11.04.2014

Nordosten

Verah wird zur Fallmanagerin

Die Versorgungsassistentin wird im Nordosten zur Verah-Care. Dabei soll sie zusätzlich neue Aufgaben im Fallmanagement übernehmen.

SCHWERIN. Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (Verah) erhalten in Mecklenburg-Vorpommern künftig zusätzliche Aufgaben: Nach einer Weiterqualifizierung übernehmen sie als Verah-Care mehr Verantwortung.

Entwickelt haben die Weiterqualifizierung KV und AOK Nordost, die die zusätzlichen Leistungen zum Start noch als einzige Krankenkasse honoriert. Nach KV-Angaben ist aber nicht ausgeschlossen, dass andere Kassen sich dem neuen Versorgungsvertrag später anschließen werden.

Verahs mit der Zusatzqualifikation Care übernehmen neben den delegationsfähigen Leistungen auch Aufgaben im Fallmanagement und in der Versorgung in der Praxis und beim Hausbesuch. Sie sollen als Schnittstelle für Therapeuten, Hilfsmittelanbieter und Pflegeteams dienen.

Zu ihren Aufgaben gehört die Vorbereitung der Patienten auf einen stationären Aufenthalt, die Bewertung der häuslichen Bedingungen und die Überwachung der Medikamenteneinnahme und der Ess- und Trinkgewohnheiten. Bei Bedarf sorgt sie für ein ganzheitliches Wundmanagement.

Die Vertragspartner erhoffen sich neben einer besseren Versorgung auch eine stärkere Entlastung der Hausärzte, damit diese sich stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können. Die zusätzlichen Leistungen können von der anstellenden Praxis zusätzlich abgerechnet werden.

Für das Modul Fall- und Schnittstellenmanagement etwa kann bis zu drei Mal pro Behandlungsfall eine Vergütung von 25 Euro abgerechnet werden (GOP 93100). Das gleiche Honorar wird für die Module Versorgung in der Häuslichkeit (GOP 93101) und Wundversorgung (GOP 93102) gezahlt.

Die KV erwartet, dass die Praxisinhaber die weiterqualifizierten Verah-Mitarbeiter auch besser bezahlen. In Mecklenburg-Vorpommern haben bislang 117 Hausarztpraxen über 141 nichtärztliche Praxisassistentinnen angestellt.

Sie sind nach Ansicht von KV-Vize Dr. Dieter Kreye "nicht mehr wegzudenken". 107 von ihnen haben im ersten Quartal die Zusatzqualifikation Care absolviert und können bereits nach dem neuen Vertrag eingesetzt werden. (di)

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