Ärzte Zeitung, 17.04.2015

MFA

Traumjob für junge Frauen

Die Ausbildung zur MFA ist bei jungen Frauen beliebt. Sie setzen unter anderem auf Aufstiegschancen, ein gutes Einkommen, aber auch die Work-Life-Balance.

Von Matthias Wallenfels

Traumjob für junge Frauen

Gerade die Arbeit mit Menschen begeistert MFA.

© contrastwerkstatt / fotolia.com

BONN. Mit der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten (MFA) verbinden viele Jugendliche und junge Erwachsene unter anderem die Aussicht auf ein hohes Einkommen oder die Chancen auf berufliche Aufstiegschancen.

Das geht aus dem Datenreport des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) zum Berufsbildungsbericht 2015 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hervor, den Bundesbildungsministerin Professor Johanna Wanka am Mittwoch in Berlin vorgestellt hatte.

Wie kurz in unserer App-Ausgabe vom Donnerstag berichtet, rangiert bei den weiblichen Stellenbewerbern die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten auf Platz vier der Wunschberufe.

Beruf mit Versorgungsproblemen

Um die Erwartungshaltung von jungen Stellenbewerbern an verschiedene Berufsbilder zu erforschen, hat das BiBB im Rahmen seiner Bewerberbefragung 2014 jeweils fünf Berufe mit Besetzungsproblemen und fünf mit Versorgungsproblemen ausgewählt und je rund 300 Aspiranten befragt.

Die MFA-Ausbildung zählt dabei zu den Berufen mit Versorgungsproblemen, die laut BiBB so charakterisiert werden, dass nur wenige über die Bundesagentur für Arbeit (BA) angebotenen Ausbildungsstellen unbesetzt blieben.

Dagegen aber ein hoher Anteil an Bewerbern, die bei der BA ihr Interesse an einer Ausbildung in diesem Beruf bekundet hatten, bis zum Ende des Vermittlungsjahres keinen Erfolg bei der Suche nach einer Ausbildungsstätte hatte.

Konkret waren zum Stichtag 30. September 2014 bundesweit 3,2 Prozent der über die BA angebotenen MFA-Ausbildungsplätze noch unbesetzt. Dahingegen belief sich der Anteil der noch suchenden Bewerber auf 19,7 Prozent.

Im Umkehrschluss heißt dies, dass ausbildungswilligen Haus- und Facharztpraxen ein Überhang an Bewerbern um eine MFA-Ausbildung zur Verfügung steht, sie somit zumindest eine gewisse Auswahl zur Verfügung haben.

Unterschiedliche Erwartungen - je nach schulischer Ausbildung

Gefragt nach sechs konkreten Merkmalen für die betreffenden Berufsbilder, gaben laut BiBB-Datenreport 32 Prozent der befragten Bewerber an, mit der Tätigkeit als MFA ein hohes Einkommen erzielen zu können.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, differieren die Erwartungshaltungen an den MFA-Beruf je nach schulischer Ausbildung.

Bewerber mit maximal Hauptschulabschluss werten die Verdienstmöglichkeiten demnach als hoch, wohingegen solche mit (Fach-)Abitur diese Sichtweise mehrheitlich nicht teilen.

Der Bericht geht bewusst nicht der Fragestellung nach, wie realistisch die Chancen von Bewerbern mit maximal Hauptschulabschluss auf einen MFA-Ausbildungsplatz überhaupt sind.

46 Prozent aller Befragten Bewerber um einen MFA-Ausbildungsplatz gehen davon aus, dass die Tätigkeit berufliche Aufstiegschancen bietet.

Nach Qualifikationsgrad differenziert, rechnen knapp zwei Drittel der Bewerber mit maximal Hauptschulabschluss mit beruflichen Aufstiegschancen nach der Ausbildung zur MFA, bei solchen mit Mittlerer Reife knapp die Hälfte und bei jenen mit (Fach-)Abitur nur noch jeder Vierte.

Tarifvertrag bietet Chancen

In puncto Aufstiegschancen können die Erwartungen der Bewerber durchaus mit der Realität im Praxisalltag korrelieren - zumindest, wenn die ausbildende Praxis tarifgebunden ist oder sich an das Tarifwerk anlehnt.

Denn der rückwirkend zum 1. April 2013 in Kraft getretene neue Gehaltstarifvertrag bietet MFA mit seinen sechs kompetenzbasierten Gehaltsstufen auch innerhalb weniger Jahre gute Aufstiegsmöglichkeiten, wenn entsprechende Fortbildungen erfolgreich absolviert werden.

An die Ausbildung zur MFA knüpfen die Bewerber auch die Hoffnung, mit modernem Equipment zu arbeiten. So erwarten laut BiBB-Datenreport 61 Prozent der Befragten, als MFA mit moderner Technik arbeiten zu können.

Eher pessimistisch gestimmt zeigen sich die Befragten in Sachen Impulsgeberfunktion. So gehen nur 23 Prozent davon aus, im Praxisalltag eigene Ideen einbringen zu können. Das verdeutlicht ausbildenden Praxisteams, ihren Azubis nachhaltig zu vermitteln, wie wichtig das aktive Einbringen für den weiteren Praxiserfolg sein kann.

Rund 86 Prozent sehen als MFA die Möglichkeit, mit Menschen zusammenzukommen und zusammenarbeiten zu können. Beim Themenkomplex Work-Life-Balance gehen knapp über 40 Prozent der Befragten davon aus, dass die Arbeit als MFA noch genügend Zeit lässt für Familie, Freunde und eigene Interessen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »