Kongress, 25.04.2014

DGIM-Kongress

"Chances" für internistischen Nachwuchs

"Chances" für internistischen Nachwuchs

Als Forum für junge Mediziner greift "Chances" Themen und Fragen zum Berufsstart auf.

WIESBADEN. Die Innere Medizin dem ärztlichen Nachwuchs ans Herz zu legen und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, ist ein inzwischen traditionelles Anliegen des Internistenkongresses.

Wie würde Kongresspräsident Professor Michael Manns eine Studentin, einen Studenten im Abschlusssemester versuchen zu überzeugen, die Innere Medizin als Weiterbildungsfach zu wählen?

"Ich finde, es ist wichtig, den Menschen immer noch als Ganzes zu betrachten. Wir dürfen bei aller Spezialisierung nicht zu sehr in die Prozedurmedizin hinein gehen", so Manns zur "Ärzte Zeitung". Die DGIM habe den Anspruch, diesen ganzheitlichen Ansatz zumindest in der Facharztausbildung zu vermitteln.

Manns: "Deshalb haben wir uns ja auch dezidiert gegen die modulorientierte Weiterbildungsordnung positioniert. Denn wir wollen, dass ein Internist noch entscheiden kann, ob ein Patient krank ist oder nicht! Wir wollen keine Ärztinnen und Ärzte ausbilden, die hier und da einen Katheter schieben, einen Stent setzen oder irgendein Teilproblem lösen. Nein, nur der Blick auf den ganzen Menschen ermöglicht es, Patienten bei Bedarf rechtzeitig in die richtige Richtung zu lenken. Deshalb ist für mich die Innere Medizin zugleich die ,Mutter der Medizin‘". Die Innere Medizin ist vielseitig, es gibt rein konservative Fächer wie die Endokrinologie, es gibt interventionelle Gebiete wie die Kardiologie, Angiologie oder Gastroenterologie, erinnert Manns. Auch die Pneumologie biete viele konservative, aber auch endoskopische Tätigkeitsaspekte, nicht zu vergessen die interdisziplinäre Onkologie, die wiederum alle Teilgebiete der Inneren Medizin berührt. "Wer sich für die Innere Medizin entscheidet, dem bietet sich also eine große Perspektive, um seine berufliche Erfüllung in der Zukunft zu finden."

"ReserchGate"-Gründer hält Gastvortrag

Das Werbezentrum für die jungen Mediziner beim 120. Internistenkongress in Wiesbaden ist ja das "Chances"-Forum, das in diesem Jahr von 27. April (9:30 Uhr) bis 29. April in Halle 8 und wieder mit Unterstützung von Springer Medizin stattfindet.

Bei "Chances" werden in drei Teilen die für Internisten wichtigsten Schwerpunktweiterbildungen und Zusatzbezeichnungen vorgestellt, daneben aber auch die Arbeit als Hausarzt, in medizinischen Verlagen, oder als Sanitätsoffizier Innere Medizin in der Bundeswehr. Auch werden etwa Tipps gegeben, wie man eine wissenschaftliche Publikation richtig liest, erläutert Manns. Und natürlich gibt es wieder den "Young Investigator Award für Nachwuchswissenschaftler."

Einer der Gastredner wird Dr. Iljad Madisch sein, kündigt der Kongresspräsident an. Madisch ist einer der Gründer von "ResearchGate", einem sozialen Netzwerk, "das inzwischen Wissenschaftler aus der ganzen Welt vernetzt und zusammenführt, wo Fachartikel hochgeladen werden, Diskussionen zu wissenschaftlichen Fragen geführt, Kontakte geknüpft und Kooperationspartner gefunden werden können." (ner)

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