Ärzte Zeitung online, 29.04.2014

Weiterbildung

Ausgezeichnete Berufsaussichten für Internisten

Die Zukunftsaussichten junger Internisten sind bestens. Das wurde bei der Eröffnung der "Chances - Forum für junge Mediziner" auf dem 120. DGIM-Kongress einmal mehr deutlich. Bei der Weiterbildung gilt es allerdings aufzupassen, wenn die Niederlassung angestrebt wird.

Von Hauke Gerlof

Ausgezeichnete Berufsaussichten für Internisten

Kongresspräsident Professor Michael Manns: Junge Ärzte und Medizinstudenten, die in Richtung Innere Medizin gehen wollen, sollten sich frühzeitig über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Weiterbildung informieren.

© Sven Bratulic

WIESBADEN. Die Möglichkeiten, sich beruflich zu verwirklichen, sind gerade für junge Internisten außerordentlich vielfältig. Das gelte angesichts der vielen unterschiedlichen internistischen Schwerpunkte sowohl für Bereiche innerhalb der kurativen Medizin als auch für Bereiche außerhalb, etwa in der Versicherungsmedizin oder auch als Autoren für Fachverlage.

Darauf hat Kongresspräsident Professor Michael Manns von der MH Hannover bei der Eröffnung der "Chances - Forum für junge Mediziner" hingewiesen. "Sie haben ausgezeichnete Berufsaussichten", so Manns vor vielen jungen Zuhörern in Halle 8.

Weiterbildung wichtig

Das Forum "Chances" für junge Ärzte und Medizinstudenten wird seit Jahren während des Internistenkongresses in Wiesbaden von der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, dem Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) und der Fachverlagsgruppe Springer Medizin angeboten.

Für die Planung des Berufslebens sei die Weiterbildung entscheidend, so Manns weiter. "Sie müssen schon relativ früh entscheiden, in welche Richtung Sie in der Weiterbildung gehen wollen", sagte Manns weiter. Daher sei es wichtig, die verschiedenen Schwerpunkte und möglichen Zusatzbezeichnungen frühzeitig zu kennen.

Einen Einblick in die Praxis der Weiterbildung und den Ärztebedarf in Zukunft gewährte auf dem Forum Chances Dr. Markus Wenning von der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) auf Basis von Zahlen seiner Kammer.

"Bei uns schließen derzeit jährlich ungefähr 500 Studenten Medizin ab, etwa 500 Ärzte gehen in den Ruhestand", so Wenning.

In 15 Jahren, wenn die studienstarken Jahrgänge ins Rentenalter kommen, würden etwa 1100 Ärzte jährlich in Rente gehen. "Die Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland ergänzen das dann", sagte er lakonisch.

1141 Facharztanerkennung für Internisten bei ÄKWL

In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass die Etablierung des Internisten ohne Schwerpunktbezeichnung mit fünfjähriger Weiterbildung die richtige Entscheidung gewesen sei, berichtete Wenning weiter.

Von 2006 bis 2013 habe die Kammer 1141 Facharztanerkennung für die allgemeinen Internisten ausgesprochen. Weit abgeschlagen folgten Kardiologen (116), Gastroenterologen (63) und Pneumologen (49).

Bei Rheumatologen habe es in sieben Jahren sogar nur sieben Facharztanerkennungen gegeben - möglicherweise auch eine Folge davon, dass weiterhin die Schwerpunktfächer der Inneren Medizin in der Bedarfsplanung nicht gesondert ausgewiesen werden.

"Knappheiten" in einzelnen Schwerpunkten - und damit eigentlich Möglichkeiten der Niederlassung - werden damit nicht sichtbar, wurde später in der Diskussion angemerkt. Insgesamt, so Wenning, entscheiden sich nach den Erfahrungen aus Westfalen-Lippe gut die Hälfte der Internisten für den allgemeinen Facharzt, etwas über 40 Prozent gehen in die Schwerpunkte.

Viele Kollegen legten nach dem allgemeinen Facharzt aber "noch etwas drauf", berichtete der ÄKWL-Experte. Viele gingen dann aber auch in die hausärztliche Tätigkeit.

300 therapeutische Interventionen für Niederlassung gefordert

Wenning gab auch Hinweise, worauf Ärzte in Weiterbildung je nach Berufsplänen besonders achten sollten: "Die Weiterbildung zum Facharzt reicht nicht immer für die Niederlassung im Fachgebiet aus", sagte er.

Wer sich zum Beispiel als Internist ohne Schwerpunkt niederlassen wolle und in der Praxis Sonografie betreiben wolle, für den reichten die in der Weiterbildung geforderten 150 Echokardiografien nicht aus.

"Achten Sie darauf, dass Sie während der Weiterbildung mehr machen, wenn Sie in diese Richtung gehen wollen", empfahl Wenning.

Bei Kardiologen seien es die therapeutischen kardiologischen Interventionen, auf die ein besonderes Auge zu werfen sei. 300 therapeutische Interventionen werden für die Niederlassung von der KV gefordert, so Wenning.

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