Ärzte Zeitung, 24.06.2014

MFT

Hochschulen wollen von Bafög-Überhang profitieren

Künftig stehen Bafög-Milliarden zur Finanzierung der Bildung bereit. Doch nicht immer profitieren die Unis. Die Forschungsministerin fordert, die Fakultäten mögen mehr bei den Ländern um die Mittel werben.

FRANKFURT/MAIN. Den Universitäten in Deutschland steht zur Finanzierung von Forschung und Lehre derzeit ein kurzes Zeitfenster offen: Nachdem sich Bund und Länder auf eine neue Verteilung der Finanzmittel für das Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) geeinigt haben und der Bund die Kosten künftig übernimmt, werden bei den Ländern insgesamt 11,7 Milliarden Euro frei.

Die Länder haben sich dazu verpflichtet, die frei-werdenden Gelder in Bildung zu investieren. "Nun müssen Sie sich bei ihren Landesregierungen dafür einsetzen, dass diese Gelder auch an die Hochschulen kommen", sagte Bundesforschungsministerin Professor Johanna Wanka (CDU) vor den Hochschullehrern des Medizinischen Fakultätentages (MFT) in Frankfurt.

Es sei nun die einmalige Chance, dass dauerhaft Gelder an die Hochschulen kommen und somit eine kontinuierliche Finanzierung beispielsweise von wissenschaftlichen Stellen möglich sei, so die Ministerin.

In einigen Ländern ist bereits klar, wie die Gelder verteilt werden: Beispielsweise gehen in Hessen alle freiwerdenden Bafög-Mittel an die Universitäten, in Schleswig-Holstein gehe alles an die Schulen, die Universitäten gehen leer aus. In anderen Ländern sollen die Gelder geteilt werden.

Auch die Proteste der Studenten vor dem Sitzungssaal des MFT, die sich für eine Aufwandsentschädigung im Praktischen Jahr einsetzten, verwies die Bundesministerin an ihre Länderkollegen.

"Ihre Forderungen haben wir auf Bundesebene bereits wahrgenommen", sagte Wanka vor den demonstrierenden Studenten. "Aber mit ihren Forderungen müssen sie sich an die Länder und die Unikliniken wenden."

Außerdem appellierte Bundesforschungsministerin Wanka an die Hochschullehrer, sich der Diskussion um den Landärztemangel nicht zu verschließen. Vielmehr müsse dies als Chance begriffen werden. "Es ist die Chance zum Dialog. Denn der Landärztemangel ist ein Thema, dass alle Kommunal- und Landespolitiker interessiert." (bee)

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