Ärzte Zeitung, 02.12.2016

Ständiger Begleiter Smartphone

Arbeitsschutz in der mobilen Welt

Wie wirkt der Einsatz von Smartphones und Tablets auf die Gesundheit der Mitarbeiter? Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat Studien ausgewertet und gibt Tipps zum optimalen Umgang.

Von Rebekka Höhl

Arbeitsschutz in der mobilen Welt

Früh übt sich: Der richtige Umgang mit mobilen Geräten im Arbeitsalltag will gelernt sein.

© drubig-photo/ Fotolia

BERLIN. Der mobile Trend macht vor der Arbeitswelt nicht Halt: Auch in immer mehr Praxen und Kliniken kommen Smartphones, Tablet-PC und andere Mobile Smart Devices zum Einsatz. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen mit ihren speziellen Health-Apps, elektronischen Patientenakten etc. befördert diesen Trend zusätzlich.

Dass sich damit aber auch Arbeitsschutzmaßnahmen ändern, wird nur selten bedacht. Noch gibt es laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) kaum Erkenntnisse zu den Risiken für die Gesundheit der Mitarbeiter.

Experten der BAuA haben daher 41 wissenschaftliche Studien gescreent und Empfehlungen für das Arbeitsumfeld mit mobilen Smart Devices erarbeitet ("Review zu physischer Beanspruchung bei der Nutzung von Smart Mobile Devices"; Patricia Tegtmeier, BAuA, 2016).

Erhöhtes Risiko für Tendinopathien

Insbesondere für den Nacken sowie die Daumen ließen sich erhöhte Risiken physischer Beanspruchung feststellen, so die Autorin Dr. Patricia Tegtmeier. Das Verfassen von Textnachrichten mit repetitiven, sehr schnellen Bewegungen erhöhe zudem das Risiko für Tendinopathien.

Für die Augen erkennen die Experten der BAuA zwar nur wenige Risiken, schlechte oder wechselnde Lichtverhältnisse könnten aber zu Blendungen und Reflexionen führen. Die Nutzer versuchten dann häufig, den Bildschirm mit dem Körper abzuschatten, was zusätzlich zu ungünstigen Körperhaltungen beitrage.

Das sind die Ratschläge

- Grundsätzlich rät Tegtmeier, Tablets und Smartphones nur kurzzeitig zu verwenden. Und folgende Punkte zu beachten:

- Da mobile Geräte nicht an einem festen Arbeitsplatz, sondern unter wechselnden Beleuchtungsbedingungen genutzt werden, sollten reflexionsarme Displays oder eine Modifikation bestehender Bildschirmoberflächen mit reflexionsmindernden Folien eingesetzt werden, um störende Blendungen und Spiegelungen zu vermeiden.

- Beim Einsatz unter hoher Umgebungsbeleuchtung sollte zudem auf Geräte mit entsprechend hoher Kontrastschärfe zurückgegriffen werden.

- Auch wenn Smart Devices natürlich in der Regel klein und handlich sein sollen, sollte dennoch die Größe des Bildschirms der vorwiegenden Nutzungsweise des Gerätes im Arbeitskontext angemessen sein. Die Mitarbeiter sollten zudem darauf achten, individuelle Bildschirmdarstellungen gezielt zu nutzen, um damit ihre Arbeitshaltung (z.B. Abstand zum Auge) und -bewegungen positiv zu beeinflussen.

- Wegen der fehlenden Trennung zwischen Bildschirm und Eingabe sowie den damit einhergehenden Haltungen eignen sich Smart Devices nach Ansicht der BAuA eher für den kurzfristigen Einsatz. Mitarbeiter und Arbeitgeber sollten auf regelmäßige Pausen und/oder andere Tätigkeiten achten.

- Bei einem längeren Einsatz sollten außerdem zusätzliche Eingabemittel wie eine externe Tastatur oder zumindest eine geteilte Tastatur auf dem Display genutzt werden, damit insbesondere die Daumen nicht überbelastet werden.

- Die Geräte sollten eher beidhändig genutzt werden. Nach Möglichkeit sollten auch geeignete Ablageflächen oder spezielle Aufsteller für die Smart Devices bereit gestellt werden. Das soll die Arme und den Rücken entlasten.

Den Bericht im PDF-Format gibt es im Internetangebot der BAuA unter: www.baua.de/publikationen.

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