Ärzte Zeitung, 19.10.2016

Gesundheits-Apps & Co

Sicherheitssorgen nehmen zu

Von Marco Mrusek

Smartphones und Gesundheits-Apps bahnen sich ihren Weg in den Praxisalltag. Wie eine Befragung zeigt, haben viele Nutzer aber Angst vor digitalem Identitätsklau und Viren.

Sicherheitssorgen nehmen zu

Das Smartphone als Ziel eines digitalen Angriffs wird unterschätzt – bis man Opfer einer Attacke wird.

© reborn55 / fotolia.com

ALLENSBACH. Das Smartphone ist für viele Menschen das erste, an das beim Verlassen des Hauses gedacht wird. 66 Prozent der Bundesbürger besitzen laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach ein Smartphone. Rund 88 Mal am Tag nehmen sie dieses in die Hand, fand jetzt ein Forscherteam aus Ulm heraus.

Vielfach werden in jüngster Zeit Modelle diskutiert, wie das Smartphone und die dort installierten Gesundheits-Apps als Schnittstelle zwischen Arzt und Praxis – eventuell auch zu privaten Krankenversicherern oder gesetzlichen Krankenkassen – fungieren kann.

"Cyber-Attacke? Auf mich doch nicht!"

Umso betrüblicher ist in diesem Kontext, dass sich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung Gedanken um die digitale Sicherheit ihres Gerätes macht. 62 Prozent halten eine Attacke auf ihr Telefon für unwahrscheinlich.

Im starken Kontrast dazu halten es 88 Prozent der Befragten, die schon einmal Opfer einer Attacke auf ihr Smartphone wurden, für wahrscheinlich, dass dies noch einmal geschehen wird.

Immerhin versucht sich ein Großteil der Smartphone-Besitzer zu schützen, indem sie keine E-Mail-Anhänge von unbekannten Absendern öffnen (83 Prozent), keine verdächtigen Dateien herunterladen (77 Prozent) und im Internet keine dubiosen Seiten ansurfen.

Zu diesen Ergebnissen kommt das Institut für Demoskopie Allensbach nach der Auswertung einer nach eigenen Angaben repräsentativen Umfrage, die es im Auftrag der Deutschen Telekom im August dieses Jahres gemacht hat.

In 1500 Interviews wurde nach dem Sicherheitsbefinden der Bevölkerung gefragt. Dabei kommt das Institut zu dem Ergebnis, dass sich die Bundesbürger noch nie seit der ersten Befragung zur Sicherheit im Jahr 2011 so viele Sorgen gemacht haben wie heute.

Institut erstellte Risikoindex, die Stimmung wiedergeben soll

Der von Allensbach ermittelte sogenannte Risikoindex, der die Stimmungslage abbildet, stieg von 474 Punkten im Jahr 2015 auf 491 Punkte und liegt damit sogar noch über dem bisherigen Spitzenwert des Jahres 2013, so der Report.

Neben gestiegenen Sorgen vor Terroranschlägen und davor, Deutschland könne in einen Krieg verwickelt werden, fürchten die Bundesbürger auch um ihre digitale Sicherheit.

Zwei Drittel machen sich sehr große oder eher große Sorgen um die Cyber-Sicherheit des Landes. Auch um ihre eigene Sicherheit im Internet machen sich 50 Prozent der Gesamtbevölkerung und 52 Prozent der Internetnutzer große Sorgen.

Sie fürchten sich vor mindestens einer der erfragten potenziellen Gefahren im Internet, dazu zählen unter anderem Datenbetrug (29 Prozent), Missbrauch persönlicher Daten (25 Prozent) und Computerviren (21 Prozent).Besonders um Letzteres macht sich die Bevölkerung Gedanken.

Der Prozentsatz der Befragten, die sich große Sorgen über Viren macht, lag in den ersten zwei Jahren der Befragung bei 18 (2011) und 15 (2012) Prozent, seit 2013 jedoch konstant über dem Wert 20.

Auch in Zukunft, so sind sich je nach Kategorie 60 bis 70 Prozent der Befragten sicher, wird von diesen Cyber-Risiken eine größere Gefahr ausgehen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »