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E-Health-Innovationen

Ruf nach Dialog für schnelleren GKV-Zugang

Der Weg digitaler Innovationen in die Regelversorgung ist steinig. Verbände der Gesundheitswirtschaft machen Vorschläge, wie sie schneller zum Patienten finden sollen.

Veröffentlicht:

BERLIN. Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen schreitet voran, doch nur schleppend gelangen digitale Angebote in die Regelversorgung. Wie dies beschleunigt werden kann, haben acht Verbände der Gesundheitswirtschaft (BIO Deutschland, Bitkom, bvitg, BVMed, SPECTARIS, VDGH, vfa und ZVEI) nun in einem gemeinsamen Papier „Zugang zur Regelversorgung digitaler Versorgungsangebote“ zur Diskussion gestellt. Bereits 2018 hatten die beteiligten Verbände ein Papier veröffentlicht, das von der Politik ein klares Zielbild für die Digitalisierung sowie einen branchenübergreifenden Dialog forderte.

Um die Potentiale der Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung zu heben, seien laut dem jüngsten Diskussionspapier vielschichtige Voraussetzungen zu erfüllen:Die derzeitigen rechtlichen Vorschriften für die Nutzung digitaler Versorgungsangebote sollten bundesweit an die Versorgungsrealität angepasst werden, so sei unter anderem die Zuordnung der Angebote in Vergütungssysteme unklar, zudem seien die bisherigen Kategorien Morbidität, Mortalität und gesundheitsbezogene Lebensqualität zur Nutzenbewertung digitaler Lösungen ungeeignet.

So werde etwa der verminderte Zeitaufwand durch weniger unnötige Patienten-Arzt-Kontakte oder das verbesserte Selbstmanagement durch den Patienten nicht berücksichtigt. Die Verbände sprechen sich für Bewertungsverfahren aus, die Besonderheiten digitaler Angebote berücksichtigen, etwa bei Studiendesign, Nutzenkategorien und hinsichtlich kürzerer Produktlebenszyklen. Zudem sollten digitale Angebote sektorenübergreifend sachgerecht vergütet werden.

Ein Problem sei, dass es über Selektivverträge geregelte Angebote nicht in die Regelversorgung schafften. Hier solle eine systematische Evaluation dieser Anwendungen vorangetrieben werden, um sie bei positiver Bewertung allen Versicherten bereitzustellen.

Es mangle an Anreizen in der GKV-Erstattungssystematik, um Patienten, Leistungserbringer und Krankenkassen Digital Health auch nutzen zu lassen. Um dem entgegenzuwirken, sollten Anbieter verbindlich über Zugangsoptionen ins Erstattungssystem informiert werden. Auch Unsicherheiten beim Datenschutz würden die E-Health-Nutzung einschränken, die Verbände fordern bundeseinheitliche Regelungen.

Herausforderungen wie diese würden Hersteller verunsichern und Innovationen den Weg in die Regelversorgung erschweren, heißt es im Diskussionspapier. Um auf dessen Basis die Prozesse zielgerichtet voranzutreiben, schlagen die Verbände einen branchen- und sektorenübergreifenden E-Health-Dialog unter zentraler politischer Moderation vor. (dab)

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