Ärzte Zeitung, 23.09.2011

E-Card: Kassen wollen 2012 online gehen

Die Kassen machen beim Thema E-Card gewaltig Druck: Sie wollen, dass erste Online-Anwendungen noch 2012 starten. Dafür sind sie auch bereit, die Konnektoren später noch einmal auszutauschen.

E-Card: Online-Anwendung schon 2012

Bei der E-Card soll es schneller vorangehen: Der GKV-Spitzenverband pocht auf vorgezogene Einführung des signaturfähigen Konnektors.

© imagebroker / imago

DARMSTADT (reh). Eine E-Card ohne Nutzen für die Kassen? Das nehmen die Kostenträger auf Dauer nicht hin. Sie haben eine "Alternative 2012" auf den Weg gebracht, die vorsieht, erste Online-Anwendungen noch 2012 zu starten.

Das E-Card-Konzept, das der GKV-Spitzenverband noch im Herbst dieses Jahres in die Gesellschafterversammlung der gematik einbringen will, sieht die vorgezogene Einführung des signaturfähigen Konnektors vor.

Und dies noch im Herbst 2012, wie Rainer Höfer, Abteilung IT-Systemfragen/Telematik beim GKV-Spitzenverband auf einem Workshop zur elektronischen Gesundheitskarte in Darmstadt erklärte.

Testbetrieb angedacht

Denn der Konnektor ist für die ersten Online-Anwendungen - das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) ist nach Wunsch des GKV-Spitzenverbands eine davon - notwendig. Der Grund: Der Konnektor ist die Eintrittspforte in die sichere Telematik-Infrastruktur.

Dabei wisse man beim GKV-Spitzenverband, dass man noch von einem Prototypen des Konnektors spreche. Ein zugelassenes signaturfähiges Gerät gebe es derzeit noch nicht, so Höfer. Deshalb soll es sich zunächst auch nur um einen Testbetrieb handeln.

Nutzen für die Kassen schaffen

Der Spitzenverband wisse, dass die Konnektoren später eventuell noch einmal ausgetauscht werden müssten. Doch der Druck der Mitglieder des Spitzenverbandes steigt lauter Höfer zunehmend: Denn endlich soll auch einen Nutzen für die Kassen geschaffen werden, die schließlich die Kosten des Projekts weitgehend tragen.

Zumal man im Bundesgesundheitsministerium auch für 2012 eine Quote für die Kartenausgabe plane, sagte Höfer.

Zur Not wolle der Spitzenverband daher versuchen sein Konzept im Alleingang durchzusetzen, sollte es in der Gesellschafterversammlung der gematik keine Mehrheit für die "Alternative 2012" oder zumindest für eine gemeinsame Modifikation geben.

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