Ärzte Zeitung, 26.01.2015

Nordrhein-Westfalen

E-Card soll schneller vorankommen

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens plädiert für eine "E-Card light".

DÜSSELDORF. Die Vorteile der elektronischen Gesundheitskarte sollten genutzt werden, noch bevor das Großprojekt Telematikinfrastruktur irgendwann einmal ins Laufen kommt.

Dafür hat sich die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) ausgesprochen.

Steffens hält es für sinnvoll, mit einzelnen zielgruppenspezifischen Anwendungen zu beginnen. "Es sollte eine E-Card light für diejenigen geben, die eine Vernetzung dringend brauchen."

Dabei denkt die Ministerin vor allem an den Medikationsplan für Patienten, die viele Arzneimittel verordnet bekommen. Wenn sich über solche gezielten Anwendungen der Nutzen der Karte belegen lässt, könnte das zu einer höheren Akzeptanz beitragen, erwartet sie.

Steffens kündigte an, den Entwurf zum E-Health-Gesetz kritisch daraufhin überprüfen zu wollen, ob er die Nutzerorientierung bei Anwendungen, Sicherheit und Datenschutz berücksichtige.

Weil NRW Ärzte und Patienten von Anfang an in die Entwicklung von Telemedizinprojekten eingebunden habe, gebe es dort keinen nachhaltigen Widerstand der Ärzteschaft, versicherte Steffens.

Die Ministerin reagiert damit auf jüngste Äußerungen ihrer rheinland-pfälzischen Amtskollegin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Die SPD-Politikerin hatte die Bedeutung der Telemedizin zur Schließung von Versorgungslücken betont.

Angesichts des Widerstands von Ärzten und Kassen wolle sie bei ihren Länderkollegen für die E-Health-Chancen werben. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »