Ärzte Zeitung, 12.10.2016

E-Health

Kassen sollen neue Anwendungen finanziell fördern

Eine bessere Förderung könnte die Telematik in der Medizin voranbringen. Dabei setzen die Kassen weiterhin auf die Karte – aber nicht mehr alles.

DORTMUND. Die Krankenkassen und andere Kostenträger können ihren Teil dazu beitragen, die Telematik im Gesundheitswesen nach vorne zu bringen: Sie sollten E-Health-Anwendungen durch Beitragsrückerstattungen an die Patienten und angemessene Honorare für die Ärzte fördern.

Das hat Dr. Hans-Jürgen Bickmann beim AOK-Tag der AOK Nordwest in Dortmund vorgeschlagen. Er ist einer der beiden Vorsitzenden des ärztlichen Beirats zur Begleitung des Ausbaus einer Telematik-Infrastruktur für das NRW-Gesundheitswesen.

Bickmann sieht bei der Umsetzung der Telematik-Infrastruktur noch erheblichen politischen Handlungsbedarf. Sie dürfe nicht nur eine Sammlung einzelner zugelassener Anwendungen sein, betonte er.

"Sie muss die Fähigkeit zur Zusammenarbeit von verschiedenen Systemen, Techniken oder Organisationen haben." Dazu müssten gemeinsame Standards zwingend eingehalten werden.

Für den Vorstandsvorsitzenden der AOK Nordwest Tom Ackermann steht fest, dass der Ausbau von E-Health und Digitalisierung nur über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und eine sichere und stabile Telematik-Infrastruktur möglich ist.

"Es muss uns gelingen, den Weg von Patienten durch das Gesundheitssystem digital abzubilden und zu Informationsverlust führende Medienbrüche zu verhindern", sagte er.

Digitalisierung sei kein Selbstzweck. "Sie muss in der Versorgung ankommen und diese im Sinne des Patienten verbessern." Davon sei man aber trotz der langen Geschichte der eGK noch weit entfernt.

Ackermann hält es für nicht länger hinnehmbar, "dass die einzige Konstante beim Aufbau der technischen Grundlagen die Verschiebung ist". "Daher ist es gut, dass inzwischen mehr und mehr eigene Strukturen zur Vernetzung einfach gestartet werden." (iss)

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