Ärzte Zeitung online, 01.10.2013

Internetpillen

DrEd beschleunigt "Pille danach"

LONDON. Die von London aus operierende virtuelle Arztpraxis "DrEd" offeriert jetzt einen schnelleren Bezug der so genannten "Pille danach".

Auf der Website des Unternehmens (www.dred.com) können Frauen einen deutschen Arzt per Fragebogen konsultieren "und wenig später die verschriebene ‚Pille danach‘ in einer lokalen deutschen Apotheke abholen", heißt es.

Der Service werde in Kooperation mit dem Medikamenten-Bestelldienst Ordermed angeboten, dem bundesweit rund 750 Apotheken assoziiert sind. Dadurch sei eine "fast deutschlandweite Abdeckung gewährleistet".

Die Sprechstunde zur "Pille danach" wird von DrEd bereits seit einiger Zeit angeboten. Bislang wurden Rezepte aber an eine deutsche Versandapotheke geschickt, die das Medikament bis zum Mittag des Folgetages auslieferte.

Durch die Kooperation mit Ordermed wird die Distribution beschleunigt. Die "Pille danach" muss binnen 72 Stunden nach einem ungeschützten Verkehr eingenommen werden. Mehr als 360.000 Frauen haben sich laut Bundesregierung in Deutschland 2011 die "Pille danach" verschreiben lassen.

Ärzteschaft und Politik äußerten sich wiederholt kritisch zu DrEd. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" bezeichnete Unions-Fraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) die Kooperation mit Ordermed als "Türöffner für eine Verschlechterung des Patientenschutzes".

Die Macher von DrEd berufen sich dagegen auf Apothekerschaft, die Zulassungsbehörde BfArM sowie Pro Familia, die allesamt eine "Liberalisierung der Versorgung mit der Pille danach" forderten. (cw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Turbo für die richtige Blutfett-Mischung

Die kardiovaskulären Effekte einer mediterranen Ernährungsweise könnten (auch) über eine Modifikation des HDL-Cholesterins vermittelt werden. Zumindest deutet eine Analyse in diese Richtung. mehr »

Pillenrezept bleibt abrechenbar

Wiederholungsrezepte sind im EBM eher ein Minusgeschäft. Meist sind sie mit der Versichertenpauschale abgedeckt. Das gilt aber nicht bei der Rezeptierung von Kontrazeptiva. mehr »

Kassen fahren 2016 bessere Finanzergebnisse ein

Das Plus bei Ersatzkassen fällt geringer aus als erwartet, Innungskrankenkassen bleiben weiter im Minus. mehr »