Ärzte Zeitung, 24.03.2015

Stammdatenabgleich

ÄKNo verabschiedet Resolution

Der Stammdatenabgleich ist den Ärzten in Nordrhein ein Dorn im Auge. Doch das ist nicht ihre einzige Kritik am E-Health-Gesetz.

DÜSSELDORF. Die Verpflichtung der Ärzte zur Durchführung des Versicherten-Stammdatenmanagements sollte ganz aus dem E-Health-Gesetz gestrichen werden, fordert die Ärztekammer Nordrhein.

"Die Verpflichtung der Ärzteschaft zur Übernahme einer originären Aufgabe der Krankenkassen mit der Androhung einer scharfen Sanktion zu verbinden, schwächt die ohnehin geringe Akzeptanz der Telematik-Infrastruktur erheblich", heißt es in einem einstimmig von der ÄKNo-Kammerversammlung verabschiedeten Beschluss.

Auch Kammerpräsident Rudolf Henke sieht es nicht als Aufgabe der Ärzte an, abzugleichen, wie aktuell die auf der E-Card gespeicherten Daten noch sind.

"Das ist eine weitere bürokratische Belastung des Praxisalltags, die viele Kolleginnen und Kollegen als Zumutung empfinden, zumal es sich hier um originäre Aufgaben der Krankenkassen handelt", so Henke.

Grundsätzlich betonen die Delegierten in dem Beschluss das Interesse der Ärzteschaft an einer sicheren elektronischen Vernetzung untereinander sowie mit anderen an der Versorgung Beteiligten.

Sie sehen aber beim Referentenentwurf zum E-Health-Gesetz Nachbesserungsbedarf. Notwendig sei die Förderung medizinischer Telematik-Anwendungen wie des Medikationsplanes oder des Notfalldatensatzes auf der elektronischen Gesundheitskarte.

"Um die positiven Effekte eines Medikationsplanes und des Notfalldatensatzes möglichst zügig nutzen zu können, ist eine Anschubfinanzierung notwendig."

Beim Medikationsplan kritisieren die ÄKNo-Delegierten allerdings die Absicht, ihn auf Patienten zu beschränken, die mindestens fünf Medikamente nehmen.

Die Delegierten machen sich auch dafür stark, alternativ zur zentralen Telematik-Infrastruktur "dezentrale Speichermedien in der Hand des Patienten" ergebnisoffen zu testen. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »