Ärzte Zeitung online, 25.06.2015

EBM

Neue Telemedizin-Ziffer ab Oktober

Die telemedizinische Abfrage von kardialen Implantaten bleibt weiterhin ein Zankapfel zwischen Ärzten und Kassen. Immerhin: Bis Ende Oktober soll es jetzt einen konkreten Vorschlag geben.

BERLIN. Anfang dieses Jahres hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung einen recht konkret ausgearbeiteten Vorschlag für eine Ausweitung der Abrechenbarkeit der telemedizinischen Abfrage von ICD/CRT-Systemen und Schrittmachern in den Bewertungsausschuss eingebracht.

Statt wie bisher eine Funktionsabfrage, sollten drei Abfragen pro Quartal abrechenbar werden, was die Möglichkeiten für ein telemedizinisches Monitoring von Herzpatienten erweitert hätte.

Die Krankenkassen hatten den KBV-Vorschlag damals abgelehnt. Am Dienstag dieser Woche hat sich nun der Erweiterte Bewertungsausschuss erneut mit dem Thema befasst.

Und es scheint voranzugehen, - allerdings in kleinen Schritten. Auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" bestätigte die KBV, dass der Erweiterte Bewertungsausschuss eine Arbeitsgruppe beauftragt hat, die bis zum 31. Oktober einen Beschlussentwurf über die Aufnahme von Gebührenordnungspositionen zur telemedizinischen Funktionsanalyse von ICD/CRT-Geräten vorbereiten soll (wir berichteten kurz).

Damit rückt eine Einigung über eine neue EBM-Ziffer erneut etwas näher. Allerdings bleiben Schrittmacher entgegen der ursprünglichen Intention zunächst ausgeklammert. Unklar ist auch, ob die neue EBM-Abrechnungsziffer ausreichen wird, eine kontinuierliche oder zumindest sehr häufige Abfrage von ICD/CRT-Systemen zu ermöglichen.

Für diese sehr engmaschige telemedizinische Überwachung von Implantatträgern gab es in randomisierten Studien wie beispielsweise der IN-TIME-Studie Hinweise für eine Mortalitätssenkung bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz. (gvg)

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