Ärzte Zeitung, 07.07.2015

E-Health

Gesundheitsvisionäre gesucht

Die Universität Witten/Herdecke schreibt zum ersten Mal den Preis für Gesundheitsvisionäre aus.

NEU-ISENBURG. Die Universität Witten/Herdecke hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) für die Übernahme der Schirmherrschaft für ihren erstmals ausgeschriebenen Preis für Gesundheitsvisionäre gewinnen können.

Er unterstütze damit das Anliegen, mit Programmen für Smartphones und Tablets die Gesundheitsversorgung in Deutschland zu verbessern.

Das für 2016 angepeilte E-Health-Gesetz soll zukünftig die digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen fördern und damit die Versorgung stärken und Innovation freisetzen.

Eine verbesserte digitale Infrastruktur sowie Datensicherheit und Datenschutz sind die großen Herausforderungen für diese Entwicklung.

Politik ringt noch um den Rahmen

Während die Politik weiterhin um den großen Rahmen ringt, haben sich viele Bürger, Patienten und Pflegebedürftige bereits ihre eigene Form der E-Health-Unterstützung gesichert.

"Eine Welle der Innovation zeigt sich beim Blick auf die vielen Anwendungen für Smartphones und Tablets, die heute schon Gesundheitsinformationen bereitstellen, den Pflegedienst alarmieren, Fitnessanstrengungen unterstützen, Gesundheitsdaten auflisten, an die Medikamenteneinnahme erinnern oder Achtsamkeitsübungen anbieten", erläutert Professor Sabine Bohnet-Joschko, Inhaberin der Walcker-Stiftungsprofessur für Management und Innovation im Gesundheitswesen an der Universität Witten/Herdecke.

"Diese Dynamik für die Zukunft der Gesundheitswirtschaft will der ‚Preis für Gesundheitsvisionäre‘ unterstützen", konkretisiert sie.

Gestiftet vom Kuratorium der Universität und ausgerichtet von einem studentischen Team richte sich der Wettbewerb an etablierte Anbieter von Mobile Health ebenso wie an Unternehmen mit neuen Geschäftsfeldern in diesem Bereich und will auch Sozialunternehmen, Projekte und Ideenskizzen für Wünschenswertes und Mögliches berücksichtigen.

Der "Preis für Gesundheitsvisionäre" zeichnet nach Uniangaben ausgearbeitete Projektideen für Neuentwicklungen wie auch bestehende Produkte mit einem Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro aus, wobei auf den Sieger 7500 Euro und auf den Zweitplatzierten 2000 Euro warten. Der Sonderpreis sei mit 500 Euro dotiert.

Der Preis richtet sich an Privatpersonen, Institute und Unternehmen mit zukunftsweisenden Projekten und Produkten für ein "Mehr an Gesundheit". Bewerbungsschluss ist am 15. September 2015. (maw)

Infos online unter: www.gesundheitsvisionaere.de

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