Ärzte Zeitung, 04.08.2016

Umfrage

Kassen sollen gute Fitness belohnen

Fitnessdaten gegen günstigere Tarife? Viele Versicherte sind dafür. Aber: Sie vertrauen eher dem Hausarzt als einer App.

BERLIN.Sollen Krankenkassen eine gesunde Lebensweise belohnen? Ja, finden 76 Prozent der Bundesbürger. Sie meinen, ihre Bemühungen gesund zu leben und sich mit Sport fit zu halten sollten Krankenversicherer zum Beispiel mit reduzierten Tarifen oder einem Bonus honorieren. Dafür wären viele der Befragten auch bereit, ihre Gesundheitsdaten zur Verfügung zu stellen.

Das ist das Ergebnis einer nach Unternehmensangaben repräsentativen Online-Umfrage der Beratungsfirma Prophet. Für die Erhebung wurden dem Unternehmen zufolge 1000 Erwachsene in Deutschland befragt.

Mehr als jeder Dritte würde Daten preisgeben

37 Prozent der Befragten wären demnach bereit, ihrer Kasse Zugang zu Fitness- und Gesundheitsdaten zu gewähren, die etwa in einer App gespeichert sind. Je jünger die Befragten sind, desto höher ist die Bereitschaft: Bei den unter 34-Jährigen wäre sogar die Hälfte mit der Weitergabe einverstanden.

Über alle Altersklassen hinweg haben jedoch laut Umfrage 63 Prozent der Bürger Bedenken, dass sie Nachteile erleiden oder dass Daten in falsche Hände geraten könnten. Dreiviertel der Befragten plädieren daher dafür, dass nicht eine App, sondern ihr Hausarzt gegenüber der Krankenkasse eine gesunde Lebensweise bestätigen sollte.

Spannend ist, dass die Ergebnisse der Studie den Trend hin zu individuellen Gesundheitstarifen zu bestätigen scheinen. "Etliche Versicherte sehen offenbar nicht ein, dass sie mit ihren Beiträgen das ungesunde Verhalten anderer unterstützen und fordern die Honorierung ihrer eigenen Bemühungen", sagt Prophet-Partner Felix Stöckle.

62 Prozent der Befragten sind der Ansicht, wer sich nicht um seine Gesundheit kümmere, solle auch mehr zahlen, heißt es.

Was genau eine gesunde Lebensweise ist und wie diese gemessen werden kann, ist den Studienautoren zufolge aber unklar. "Für die Definition anerkannter Richtwerte wird ein gesellschaftlicher Konsens notwendig sein", sagt Stöckle. (mh)

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