Ärzte Zeitung, 09.03.2016

Anlagen-kolumne

Nichtzyklische Werte in China im Fokus

Von Gottfried Urban

Nichtzyklische Werte in China im Fokus

China wird in einigen Jahren als Wirtschaftsmacht die USA überholen. Das Land hat die meisten Einwohner, die meisten Internetnutzer, die Mittelschicht wächst rapide. Doch was ist bloß mit der chinesischen Börse los?

Anleger sollten einen Fehler vermeiden: Annehmen, dass die starken Schwankungen am chinesischen Markt von einer neu erkannten Schwäche der chinesischen Wirtschaft getrieben ist.

Die Kurse an den innerchinesischen Märkten sind einfach zu schnell gestiegen. Staatlich unterstützt, versuchte man, den Firmen die Geldbeschaffung über die Börse zu erleichtern. Nach einer kreditfinanzierten Börsenblase muss sich der Markt wieder normalisieren.

Aus der Spekulationsblase ist die Luft noch nicht vollständig entwichen. Dennoch: Die chinesische Wirtschaft bietet nach Ansicht von Wirtschaftsexperten gemischte Aussichten. Es gibt einige schwache Branchen (produzierendes Gewerbe) und einige starke Sektoren (Dienstleistung und Einzelhandel).

Da gerade für die Exportunternehmen China ein wichtiger Absatzmarkt ist, belasten die Ereignisse im Reich der Mitte besonders die Industrie- oder Rohstoffaktien. Bei einer Stabilisierung sollten diese den größten Profit abwerfen können. Doch den defensiven Werten ist auch 2016 der Vorzug zu geben.

Das sind Aktien aus dem Bereich des nichtzyklischen Konsums. Große Konzerne, die Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs im Sortiment haben. Die tägliche Körperpflege oder die Einnahme von Arzneien unterliegt keinen konjunkturellen Zyklen.

Asien und insbesondere China bleibt mit seiner schnell wachsenden Mittelschicht der wichtigste Markt für sogenannte Global Player, die Produkte des täglichen Bedarfs herstellen. Im Langfristteil des Depots sollte deshalb nichtzyklische Aktien weiter einen Schwerpunkt darstellen.

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