Ärzte Zeitung, 08.02.2016

Anlagen-Kolumne

2016 ist Stock-Picking Trumpf

2016 ist Stock-Picking Trumpf

Hanno Kühn

Unter Pharma- und Biotechnologie-Investoren hat sich die Stimmung trotz guter Wachstumsperspektiven verschlechtert. Seit US-Politiker den Herstellern überhöhte Arzneimittelpreise vorwarfen, herrscht bei den Anlegern Skepsis.

Auslöser war eine fragwürdige Aktion des Pharmaunternehmens Turing: Nach Erwerb der Rechte für das Toxoplasmose-Medikament Daraprim hatte das Unternehmen den Preis pro Tablette von 13,50 Dollar auf 750 Dollar, also um knapp das 55-Fache erhöht.

Dass dies die Gemüter erhitzt, wundert nicht. Mit einem gesetzgeberischen Eingriff dürfte jedoch frühestens nach der Präsidentschaftswahl zu rechnen sein - wenn überhaupt.

Was heißt das nun für Aktienanleger? Wir raten, Werte, die in Preisdiskussionen verwickelt sind, links liegen zu lassen und sich auf preisrobuste Therapiegebiete zu konzentrieren.

Interessant erscheinen uns Hersteller von Orphan Drugs, Anbieter innovativer Krebstherapien - vor allem in der Immunonkologie - und Entwickler von Biosimilars.

Für Letztere sind weitere Zulassungen in Kürze zu erwarten, so dass die entsprechenden Unternehmen wohl ab 2017 verstärkt in den Biopharmazeutika-Markt drängen werden.

Selbst bei wachstumsstarken Pharma- und Biotechunternehmen dürften die Kursschwankungen 2016 jedoch zunehmen. Insofern sollten sich die Anleger einzelne innovative Unternehmen herauspicken, denn der breite Markt könnte eine Verschnaufpause einlegen.

Ein Auswahlkriterium ist die weltweite Präsenz der Hersteller, denn die verspricht Kursgewinne aus internationalem Wachstum.

Im Fokus steht dabei China: Im Reich der Mitte soll der Gesundheitsmarkt nach offiziellen Angaben bis 2020 von derzeit rund 350 Milliarden Dollar auf 1,3 Billionen Dollar wachsen.

Fazit: Innovative Arzneimittelhersteller bieten auch 2016 Potenzial. Gebot der Stunde ist jedoch ein selektiver Ansatz.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Langfristige Therapien? Leider Fehlanzeige!

Forscher kritisieren: Adipositas wird immer noch eher als Charakterschwäche denn als Krankheit angesehen. Sie fordern zur Therapie schwer betroffener Kinder besondere Konzepte. mehr »

Rettungsdienste rüsten auf

Bombenexplosion, Messerattacke, Anschlagpläne: Deutschland sieht sich im Visier islamistischer Terrorgruppen. Nun rüsten sich die Rettungsdienste, auch für die Gefahr eines "Zweitschlags". mehr »

Diesen Spielraum haben Sie bei der zweiten Diagnose

Der "Behandlungsfall" ist auf einen Monat und auf dieselbe Erkrankung eingegrenzt. Hierauf bezogene Abrechnungslimits werden demnach durch die Diagnosestellung relativiert. Zweite Erkrankung heißt: neuer Behandlungsfall. mehr »