Ärzte Zeitung, 13.04.2016

Anlagen-Kolumne

Aktienmärkte - Pulver trocken halten!

Von Jens Ehrhardt

Aktienmärkte: Pulver trocken halten!

Selten war die Lage so unübersichtlich für die Investoren. Das stabile Umfeld eines konstant aufwertenden US-Dollars vom vergangenen Jahr ist, wie erwartet, vorbei.

Dennoch gibt es Argumente, die dafür sprechen, dass es nicht zu einer Wende um 180 Grad kommt, sondern eher zu einer breiteren Seitwärtsbewegung zwischen Euro und US-Dollar. Damit entfällt jedoch der Gewinnrückenwind vieler deutscher Unternehmen.

Wie in Japan jüngst anschaulich zu sehen war, ist eine Währungsaufwertung eine große Belastung für die Gewinnsituation von Exportnationen. Die Sorge vom Jahresanfang um die Chinakonjunktur tritt mit den jüngsten positiven Anzeichen um den Häusermarkt in den Hintergrund.

Gründe für die Verbesserung sind die Geldmengenausdehnung und das höhere Defizit. Auch in Europa wird die monetäre Unterstützung vorerst anhalten. In den USA scheint die Notenbank ebenfalls keinen übermäßigen Handlungsdruck zu verspüren.

Markttechnisch fällt in den USA auf, dass die Aktienrückkäufe der Unternehmen zuletzt für den weit überwiegenden Teil der Aktiennachfrage verantwortlich sind. Das ist eine ungesunde Situation.

Einige Researchhäuser haben nun darauf verwiesen, dass im April die Aktienrückkäufe typischerweise wegen der Berichtssaison zurückgehen und damit durch schwächere Nachfrage den Markt belasten dürften.

Das spricht dafür, dass der April als einer der statistisch gesehen besten Monate im Jahr dieses Jahr mit größerem Gegenwind kämpfen wird.

Es kann sich lohnen, Pulver trocken zu halten. Denn: Geht der Markt stark zurück, werden die Stimmungsindikatoren günstige Einstiegssignale generieren.

Steigt der Markt jedoch, dann besteht die Möglichkeit, dass die Abwärtstrends gebrochen werden und man mit größerer Sicherheit kaufen kann.

Topics
Schlagworte
Anlagen-Kolumne (142)
Personen
Jens Ehrhardt (249)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »