Ärzte Zeitung, 15.09.2008

Anlagenkolumne

Wer Kursverluste zügig realisiert, zahlt weniger Steuern

Kursverluste aus Aktien und Fonds können Anleger noch bis 2013 steuersparend verrechnen.Sie müssen jedoch innerhalb der Spekulationsfrist tätig werden.

Von Gottfried Urban

Investitionen in Aktien und Fonds hatten in den letzten zwölf Monaten unter schweren Kursverlusten zu leiden. Dass man diese steuerlich wirksam werden lassen kann, daran denken viele Anleger jedoch nicht. Die meisten versuchen vielmehr, die Kursverluste auszusitzen. Behält man seine Aktien oder Fonds jedoch ein Jahr lang, hat man keine Chance mehr, steuerliche Vorteile aus den Verlusten zu nutzen.

Dabei sind die Kursverluste innerhalb der Zwölfmonatsfrist mehr Wert als nach Ablauf der Jahresfrist. Denn es gibt eine Methode, die Verluste innerhalb der Spekulationsfrist steuerlich geltend zu machen und mit den ab 2009 anfallenden steuerpflichtigen Erträgen aus Wertpapieren zu verrechnen. Somit können Anleger anhand dieser Verluste Steuern sparen und aus ihren Verlusten sogar noch etwas Positives ziehen. Diese Verrechnung funktioniert aber nur noch bis 2013! Voraussetzung ist die Veranlagung der Verluste in der Steuererklärung.

Was Sie nicht tun sollten: die Verluste realisieren und - als Abgeltungssteuerlösung - Geld langfristig nur in Zinspapieren parken. Das sollten Sie nur für den Notgroschen vorsehen. Auf lange Sicht wird nämlich nach Steuern und Inflation keine Kaufkraftmehrung übrig bleiben. Um ein Extrembeispiel zu nennen: Anleger in US-Anleihen haben mit dem Investment von 1938 bis 1981 durch die Inflation real kein Geld verdient, die abgehenden Steuern sind hier noch nicht einmal mit eingerechnet.

Langfristig wird man nur mit realen Werten und unternehmerischer Tätigkeit Kaufkraft und Lebensstandard steigern können. Im Übrigen erhalten Aktienfondsanleger bei vielen globalen Dividendenfonds wieder Dividendenrenditen, die weit über dem Festgeld liegen. Anleger sollten also überlegen, ob sie ihr Geld langfristig wirklich in Zinspapiere stecken. Bin ich lieber Kreditgeber in Form von Zinspapieren oder Festgeld, oder stecke ich das Geld in gute, preiswerte, rentable Unternehmen?

Voraussetzung für den Erfolg an der Börse ist aber ein Investment mit langfristig am Kapitalmarkt funktionierenden Strategien. Ein Indexinvestment funktioniert meist nur in guten Marktphasen. Vertrauen Sie bei Ihren Investments besser auf die Erfahrung guter Vermögensverwalter.

Oder legen Sie Ihr Geld in sogenannte vermögensverwaltende Fonds an, über deren Verwalter der Anleger den Zugang zu den entsprechenden Persönlichkeiten und Strategien am Markt erhält.

Für Anleger gilt: Lassen Sie sich nicht vom gegenwärtigen Auf und Ab an der Börse verunsichern. Denn, so sagte es einst der legendäre Investor und einer der erfolgreichsten Fondsmanager Peter Lynch: "Der eigentliche Schlüssel, um mit Aktien Geld zu machen, ist, sich nicht von ihnen Abschrecken zu lassen."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »