Ärzte Zeitung, 25.09.2008

Realeinkommen von Ärzten um ein Drittel gesunken

Allgemeinärzten setzt die Inflation am meisten zu

NEU-ISENBURG (reh). Allgemeinmediziner haben in den letzten zehn Jahren 30 Prozent ihrer Kaufkraft eingebüßt. Doch auch andere Fachgruppen gehören zu den großen Inflationsverlierern.

Im Zehnjahresvergleich (1998 bis 2007) sind die Realeinkommen der Allgemeinärzte drastisch gesunken.

Die Arbeit eines Mediziners habe in den letzten zehn Jahren (von 1998 bis 2007) ein Drittel an Wert verloren. Das meldet die Online-Stellenbörse jobturbo.de. Das Internet-Portal hat die Gehaltsentwicklung von 300 Ausbildungs- und akademischen Berufen in den letzten zehn Jahren analysiert. Dabei wurden die Gehälter um die Inflation bereinigt. Das heißt abgebildet werden die Reallöhne/-einkommen nach Berücksichtigung der Geldentwertung. Die großen Verlierer sind die medizinischen Berufe.

Und an der Spitze stehen hier die Allgemeinärzte: Mit knapp 7000 Euro im Monat liegt ihr Einkommen laut der Analyse heute 31,3 Prozent unter dem Verdienst von 1998, zumindest wenn es um die Kaufkraft geht. Krankenhausärzten fehlen heute etwa 20 Prozent an Kaufkraft. Aber auch das Einkommen von Internisten ist 16 Prozent weniger wert als noch vor zehn Jahren. Bei Chirurgen ist der Wertverlust mit 12 Prozent etwas geringer, bei Urologen sind es 15 Prozent.

Aber es gibt auch Berufsgruppen, die beim inflationsbereinigten Einkommen zugelegt haben. Eindeutige Gewinner sind die Notare mit plus 51,3 Prozent, ihr durchschnittlicher Verdienstzuwachs liegt bei 3500 Euro. Ihnen folgen die Unternehmensberater mit plus 49,9 Prozent.

Die Daten für die Analyse stammen übrigens nicht aus einer Internetumfrage unter den Berufsgruppen, sondern laut jobturbo.de aus offiziellen Quellen wie etwa Tarifverträgen oder Daten von Steuerberatern.

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