Ärzte Zeitung, 31.03.2009

Im Gespräch

Kritiker rechnen Ärzte gerne reich - mit Umsatzzahlen

Transparenz beim Einkommen der Ärzte fordert Ulla Schmidt. Doch wie hoch ist der Verdienst eigentlich?

Von Hauke Gerlof

Damit wollte Ulla Schmidt die Kassenärzte wohl in Zugzwang setzen: In allen Planungsbezirken sollten jeweils die durchschnittlichen, die höchsten und niedrigsten GKV-Einnahmen jeder Arztgruppe veröffentlicht werden, forderte die Gesundheitsministerin. Auf diese Weise solle Transparenz hergestellt werden - die Verlierer der Honorarreform würden sichtbar, aber eben auch die Gewinner.

Doch die Forderung Schmidts ist typisch für die Diskussion um das Einkommen niedergelassener Ärzte. Sie greift in vielen Fällen zu kurz. Wer nur die GKV-Honorare öffentlich macht, blendet die Praxiskosten komplett aus. So könnten in der Öffentlichkeit die Honorarumsätze leicht mit dem Arzteinkommen verwechselt werden. Bei durchschnittlichen Kostenquoten zwischen, grob gerechnet, 40 und 75 Prozent je nach Arztgruppe ist das kein Pappenstiel.

Und selbst der Weg vom Umsatz eines Arztes zum wirklichen Gewinn wird oft abgekürzt. In der immer noch häufig genutzten EinnahmeÜberschuss-Rechnung bleiben die kalkulatorischen Kosten einer Praxis oft außen vor. Alles, was nach Abzug der Standardkosten wie Lohn- und Mietkosten, der Betriebskosten (Strom, Wasser etc.) und Gerätekosten (Abschreibungen) übrig bleibt, wird als Gewinn gerechnet. Auf diese Weise schreiben die meisten Arztpraxen tatsächlich schwarze Zahlen, und nicht zu knapp.

Doch wer sauber kalkuliert, kommt auch an anderen Kostenarten nicht vorbei. Der von der KBV für den EBM 2000plus geforderte Punktwert von 5,11 Cent liegt auch darin begründet, dass für einen niedergelassenen Arzt ein Unternehmerlohn in Höhe eines Oberarztgehaltes kalkulatorisch angesetzt wurde.

Auch die Risiken müssen in die Kalkulation einfließen

Weitere Posten, die gern übersehen werden: eine angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals, die Kosten für die Abdeckung des unternehmerischen Risikos - etwa, wenn ein Gerät kaputt geht und ersetzt werden muss - und die Risiken aus eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen. Dazu gehört zum Beispiel der Kontrahierungszwang - Vertragsärzte dürfen auch "teure" Patienten, mit denen sie betriebswirtschaftlich nichts verdienen können, nicht abweisen.

Die Kosten einer Praxis werden in der Diskussion gerne vergessen.

Alle diese Risiken müssten in eine saubere Kalkulation einfließen - sie bleiben aber oft außen vor. So ist es durchaus zu rechtfertigen, wenn Radiologen am Ende etwas mehr verdienen als andere Ärzte, weil sie viel mehr Kapital einsetzen müssen als die Kollegen anderer Arztgruppen. Und wer bei Vertragsärzten ein Oberarztgehalt als Unternehmerlohn abzieht, wird in einer Bilanz nicht selten einen Verlust ausweisen.

Die Konsequenz ist, dass viele Ärzte wirtschaftlich viel schlechter dastehen, als sie es selbst ahnen - und als es in der Öffentlichkeit immer wieder dargestellt wird. Sie leben von der Substanz, und davon, dass bestimmte Risiken eben nicht eintreten. Passiert es doch, fehlen die Reserven.

Das heißt wiederum nicht, dass die meisten Vertragsärzte am Hungertuch nagen müssen. Es zeigt aber die Notwendigkeit einer sauberen Bilanzierung - und den Zwang, die Kosten zu senken, zum Beispiel über Gerätegemeinschaften, Personalpools oder andere Kooperationen.

Arzteinkommen

Nach den Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums vom vergangenen Jahr lagen die durchschnittlichen GKV-Umsätze aller Ärzte bei knapp 205 000 Euro. Davon blieben im Schnitt gut 91 000 Euro Überschuss - vor Steuern, Krankenversicherung und Altersvorsorge. Spitzenverdiener waren demnach die Radiologen mit rund 116 500 Euro GKV-Überschuss. Allgemeinärzte lagen bei 83 000 Euro und hausärztliche Internisten bei 82 500 Euro Überschuss aus der Behandlung von GKV-Patienten. Am Ende standen die Psychiater mit 65 500 Euro Überschuss.(ger)

[05.04.2009, 19:58:37]
Hauke Gerlof 
Saubere Bilanzierung ist wichtig
Auf den Beitrag Kritiker rechnen Ärzte gerne reich - mit Umsatzzahlen haben wir viele Rückmeldungen von Lesern bekommen, per Post, per Mail, per Telefon und hier über das Internet. Es war uns wichtig, einen Kontrapunkt zu setzen gegen die oft unvollständigen Rechnungen aus der Politik. Es ist klar, dass dieser Beitrag erst ein Anfang sein kann.
- Durchschnittszahlen geben nicht die Lebenswirklichkeit in vielen kleineren Praxen wieder.
- Wenn die Umsätze drastisch sinken, ist es quasi unmöglich, Kostenquoten stabil zu halten.
- Eine saubere Bilanzierung muss noch ausführlicher erläutert werden.
- Auch das Lebenseinkommen im Vergleich zwischen Ärzten und anderen Berufsgruppen kann in einem Vergleich stärker Berücksichtigung finden.
- Die Diskussion muss über die Ärzteschaft hinaus getragen werden, damit in den Medien gar nicht erst ein Bild des "gierigen Arztes" entstehen kann.
Wir werden das Thema in den kommenden Wochen und Monaten verstärkt aufgreifen, um eine fundierte Diskussion über Arzteinkommen und Praxisgewinne zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen
Hauke Gerlof
Ressortleiter Wirtschaft
Ärzte Zeitung zum Beitrag »
[31.03.2009, 18:22:44]
Dr. Matthias Schreiber 
Angabe von Betriebskosten in Prozent ist irreführend
Sehr geehrte Frau Gerlof, der Artikel ist ein ein vernünftiger Versuch, das Thema "Ärzteeinkommen" zu erklären. Zwei Kritikpunkte dürfen aber nicht außer Acht gelassen werden:

1. Prozentuale Angabe von Betriebskosten
2. Konsequenz der Errechnung von "Netto" fehlt


Zu 1. Die Angabe der immer wieder auftauchende "Betriebskostenquote" von 45 - 75 % der Umsätze ist hausgemachter Unsinn. Denn die Zahl impliziert, dass diese Kosten niedriger sind als der Umsatz. Wie Sie weiter unten ja selber ausführen, ist der kalkulatorische Gewinn darin nicht selten nicht einbezogen. Die Angabe der Betriebskosten in Prozent ist irreführend, denn nur die absoluten Kosten zählen, die nach unten begrenzt sind. Betragen diese Betriebskosten z.B. bei einer Augenarztpraxis 70.000 Euro und der GKV-Umsatz 130.000 Euro (einer realistischen Größe in Sachsen) kommt natürlich ein Überschuß von 60.000 Euro heraus, das wäre Ihre "Kostenquote" 54 %. Sinkt der Umsatz durch Kürzung der RLV zum Beispiel um 30.000 Euro, dann wird die Angabe in Prozent natürlich auf 70% steigen, ohne dass die Kosten einen Cent gestiegen sind. Diese Milchmädchenrechnung sollte man also unterlassen.

2. Konsequenz der Errechnung von "Netto" fehlt
Nähme man noch das kalkulatorische Oberarztgehalt in eine saubere Rechnung auf, dann steht selbst bei einer Durchnittsangabe ein Minus als Gewinn.

Zum Verdienst von Ärzten, gern vom BMGS mit 120.000 brutto im Jahr zitiert, schreibt der Autor in dem Artikel [1], das Bundesgesundheitsministerium zitierend:


„Angemessene Vergütung überfällig"

„Der Durchschnittsumsatz (Brutto) einer niedergelassenen Kassen-Praxis beträgt rund 200.000 Euro pro Jahr (BMG, 2007). Der Überschuss, nach Abzug der

Praxiskosten, betrage rund 80.000 Euro im Jahr. Dies führt zu dem immer wieder zitierten Einkommen niedergelassener Ärzte von etwa 90.000 Euro im Jahr.

Dass von diesem Betrag noch rund 40.000 Euro an Steuern abzuziehen sind, soll nicht unerwähnt bleiben.

Ebenfalls abzuziehen sind die Ausgaben für die Altersversorgung in Höhe von 700 bis 900 Euro monatlich [Anm. Schreiber tatsächlich 11.000 Euro im Jahr) und Beiträge zur Krankenversicherung [Anm. Schreiber 6000 Euro im Jahr).

Nach Angaben des BMG verdiene ein Drittel der niedergelassenen Ärzte [Anm. Schreiber: das sind ca. 45.000 Ärzte inDeutschland) weniger als 2.000 Euro netto monatlich, ein weiteres Drittel [Anm. Schreiber also weitere 45.000 Ärzte der insgesamt rund 140.000 Ärzte) weniger als 3.500 Euro.

Aufgrund dieser Zahlen ist klar, dass für die Freiberufler in eigener Praxis und damit mittelständischer Unternehmer wenig Spielraum bleibt, Geld anzusparen, um die immer wieder nötigen Reinvestitionen oder auch Neuinvestitionen zu tätigen. „

Um das Thema Arzteinkommen überhaupt realistisch darzustellen, könnte man in Näherung das Nettoeinkommen bezogen auf die Stundenleistung pro Woche heranziehen.

Hat der Arzt einen so hohen Umsatz von 200.000 Euro im Jahr, so resultiert also ein Überschuß nach Abzug der Praxiskosten von 90.000 Euro. Ziehen Sie bitte

- die Steuern mit 40.000 Euro
- die Krankenversicherung mit 6000 Euro
- und die Rentenversicherung mit 11.000 Euro


ab, dann haben Sie das echte „Netto“ – also 90.000 minus 56.000 Euro = 34.000 Euro.

Macht im Monat 2835 Euro. Diese Summe bezieht sich auf eine 60 Stundenwoche (inklusive aller Bürokratie, Weiterbildungen im Jahr, Hausbesuche, Notdienste am Wochenende …)

Würde man auf eine vergleichbare Angestelltentätigkeit mit 40 Stunden in der Woche herunterrechnen, kommen da „netto“ 1890 Euro zusammen.

Für diese Summe im Optimalfall wird man keine Ärzte mehr finden, die erst mit rund 35 Jahren überhaupt anfangen, dieses Geld zu verdienen, die einen Kredit von 200.000 Euro aufnehmen und 60 Stunden die Woche arbeiten.

Wenn den Ärzten nicht bald drastisch mehr Geld gezahlt wird, verschwinden zu den in den letzten Jahren schon über 19.000 ausgewanderten Ärzten noch mehr.

Es muß ja einen Grund geben, warum in Sachsen hunderte Praxen nicht nachbesetzt werden können. Die potenziellen Nachfolger können nämlich im Vergleich zu Lauterbach und Schmidt rechnen.

Die Journalisten, die Ärzte gerne des Jammerns bezichtigen (vergleiche die Meldungen der letzten Tage aus der Süddeutschen, des Spiegels, der Welt etc …) sind nicht einmal in der Lage Brutto, Netto und Umsatz zu unterscheiden.

Erst wenn man den niedergelassenen Ärzten ein angemessenes Honorar für ihre hochqualifizierten Leistungen zahlt, kommen sie wieder. Horchen Sie sich mal in Studentenforen um – da will fast jeder auswandern.

Dr.med. Matthias Schreiber

[1] http://www.hno-aerzte.de/pic/upload/gpk_6_08.pdf?PHPSESSID=2e28ad539076607c8a87410971196e51



 zum Beitrag »
[31.03.2009, 09:17:19]
Uwe Schneider 
Schönrechnerei - auf beiden Seiten
Wenn Kritiker von Honorarnachforderungen aus dem niedergelassenen Bereich den Umsatz mit dem Arzteinkommen verwechseln, dann ist das natürlich nicht korrekt. Aber wenn Herr Gerlof meint, man könne vom Gewinn noch den kalkulatorischen Unternehmerlohn abziehen, um zum Einkommen zu gelangen, dann wäre das eine genauso große Volksverdummung. Gleiches gilt für die kalkulatorische Verzinsung des Eigenkapitals. Gewinn bzw. das Unternehmer-/Arzteinkommen ist die Summe aus den Überschüssen aus unternehmerischer Arbeit und der Verzinsung/Rendite des im Unternehmen eingesetzten Eigenkapitals. Da kann man dann nicht noch einmal Unternehmerlohn und Eigenkapitalzins absetzen. Auf diese Weise könnte man allenfalls die Risikoprämie/den Mehrertrag (oder Verlust) für selbständiges, unternehmerisches Tätigwerden errechnen. Diese Risikoprämie ist aber keineswegs mit dem Einkommen gleichzusetzen; kalkulatorische Ansätze dienen nur dem Vergleich mit Alternativen, nicht aber der Einkommensberechnung.  zum Beitrag »
[31.03.2009, 08:30:45]
Dr. Juraj Galan 
Arzteinkommen
Frau Schmidt will die Ärztehonorare veröffentlichen. Damit könnte sie eine eklige Neiddiskussion entfachen, die auch noch von falschen Voraussetzungen ausgehen würde.

Immer wieder werden nämlich die Einnahmen von Selbständigen und Angestellten gleichgestellt. Dabei werden die Mehrausgaben von Selbständigen für Rentenversicherung, Krankenversicherung, Investitionen, Risikoabsicherung, Urlaub, Krankheit, Berufsunfähigkeit u.a. ignoriert. Selbst "seriöse" Medien, wie die FAZ kennen den Unterschied meistens nicht.

Weiterhin sollte die Arbeitszeit in die Berechnung einfliessen.

Ich habe bisher leider keine wirklich gute Umrechnung gefunden. Kennen Sie vielleicht eine? Wenn nicht, könnze die Ärztezeitung hier nicht tätig werden und einen seriösen Vergleich von einem Angestellten ( gerne z.B. Kassenboss, oder Gesundheitsministerin?) und einem niedergelassenen Arzt publizieren?

Grüße aus Mainz
Juraj Galan


Dr. med. Juraj Galan
Internist Hausarzt Diabetologe
Bahnhofstr. 2
55116 Mainz
Tel. +496131 280696
www.arzt-mainz.de zum Beitrag »
[31.03.2009, 07:40:00]
Dr. Matthias Schreiber 
Angabe von Betriebskosten in Prozent ist irreführend
Sehr geehrte Frau Gerlof, der Artikel ist ein ein vernünftiger Versuch, das Thema "Ärzteeinkommen" zu erklären. Zwei Kritikpunkte dürfen aber nicht außer Acht gelassen werden:

1. Prozentuale Angabe von Betriebskosten
2. Konsequenz der Errechnung von "Netto" fehlt


Zu 1. Die Angabe der immer wieder auftauchende "Betriebskostenquote" von 45 - 75 % der Umsätze ist hausgemachter Unsinn. Denn die Zahl impliziert, dass diese Kosten niedriger sind als der Umsatz. Wie Sie weiter unten ja selber ausführen, ist der kalkulatorische Gewinn darin nicht selten nicht einbezogen. Die Angabe der Betriebskosten in Prozent ist irreführend, denn nur die absoluten Kosten zählen, die nach unten begrenzt sind. Betragen diese Betriebskosten z.B. bei einer Augenarztpraxis 70.000 Euro und der GKV-Umsatz 130.000 Euro (einer realistischen Größe in Sachsen) kommt natürlich ein Überschuß von 60.000 Euro heraus, das wäre Ihre "Kostenquote" 54 %. Sinkt der Umsatz durch Kürzung der RLV zum Beispiel um 30.000 Euro, dann wird die Angabe in Prozent natürlich auf 70% steigen, ohne dass die Kosten einen Cent gestiegen sind. Diese Milchmädchenrechnung sollte man also unterlassen.

2. Konsequenz der Errechnung von "Netto" fehlt
Nähme man noch das kalkulatorische Oberarztgehalt in eine saubere Rechnung auf, dann steht selbst bei einer Durchnittsangabe ein Minus als Gewinn.

Zum Verdienst von Ärzten, gern vom BMGS mit 120.000 brutto im Jahr zitiert, schreibt der Autor in dem Artikel [1], das Bundesgesundheitsministerium zitierend:


„Angemessene Vergütung überfällig"

„Der Durchschnittsumsatz (Brutto) einer niedergelassenen Kassen-Praxis beträgt rund 200.000 Euro pro Jahr (BMG, 2007). Der Überschuss, nach Abzug der

Praxiskosten, betrage rund 80.000 Euro im Jahr. Dies führt zu dem immer wieder zitierten Einkommen niedergelassener Ärzte von etwa 90.000 Euro im Jahr.

Dass von diesem Betrag noch rund 40.000 Euro an Steuern abzuziehen sind, soll nicht unerwähnt bleiben.

Ebenfalls abzuziehen sind die Ausgaben für die Altersversorgung in Höhe von 700 bis 900 Euro monatlich [Anm. Schreiber tatsächlich 11.000 Euro im Jahr) und Beiträge zur Krankenversicherung [Anm. Schreiber 6000 Euro im Jahr).

Nach Angaben des BMG verdiene ein Drittel der niedergelassenen Ärzte [Anm. Schreiber: das sind ca. 45.000 Ärzte inDeutschland) weniger als 2.000 Euro netto monatlich, ein weiteres Drittel [Anm. Schreiber also weitere 45.000 Ärzte der insgesamt rund 140.000 Ärzte) weniger als 3.500 Euro.

Aufgrund dieser Zahlen ist klar, dass für die Freiberufler in eigener Praxis und damit mittelständischer Unternehmer wenig Spielraum bleibt, Geld anzusparen, um die immer wieder nötigen Reinvestitionen oder auch Neuinvestitionen zu tätigen. „

Um das Thema Arzteinkommen überhaupt realistisch darzustellen, könnte man in Näherung das Nettoeinkommen bezogen auf die Stundenleistung pro Woche heranziehen.

Hat der Arzt einen so hohen Umsatz von 200.000 Euro im Jahr, so resultiert also ein Überschuß nach Abzug der Praxiskosten von 90.000 Euro. Ziehen Sie bitte

- die Steuern mit 40.000 Euro
- die Krankenversicherung mit 6000 Euro
- und die Rentenversicherung mit 11.000 Euro


ab, dann haben Sie das echte „Netto“ – also 90.000 minus 56.000 Euro = 34.000 Euro.

Macht im Monat 2835 Euro. Diese Summe bezieht sich auf eine 60 Stundenwoche (inklusive aller Bürokratie, Weiterbildungen im Jahr, Hausbesuche, Notdienste am Wochenende …)

Würde man auf eine vergleichbare Angestelltentätigkeit mit 40 Stunden in der Woche herunterrechnen, kommen da „netto“ 1890 Euro zusammen.

Für diese Summe im Optimalfall wird man keine Ärzte mehr finden, die erst mit rund 35 Jahren überhaupt anfangen, dieses Geld zu verdienen, die einen Kredit von 200.000 Euro aufnehmen und 60 Stunden die Woche arbeiten.

Wenn den Ärzten nicht bald drastisch mehr Geld gezahlt wird, verschwinden zu den in den letzten Jahren schon über 19.000 ausgewanderten Ärzten noch mehr.

Es muß ja einen Grund geben, warum in Sachsen hunderte Praxen nicht nachbesetzt werden können. Die potenziellen Nachfolger können nämlich im Vergleich zu Lauterbach und Schmidt rechnen.

Die Journalisten, die Ärzte gerne des Jammerns bezichtigen (vergleiche die Meldungen der letzten Tage aus der Süddeutschen, des Spiegels, der Welt etc …) sind nicht einmal in der Lage Brutto, Netto und Umsatz zu unterscheiden.

Erst wenn man den niedergelassenen Ärzten ein angemessenes Honorar für ihre hochqualifizierten Leistungen zahlt, kommen sie wieder. Horchen Sie sich mal in Studentenforen um – da will fast jeder auswandern.

Dr.med. Matthias Schreiber

[1] http://www.hno-aerzte.de/pic/upload/gpk_6_08.pdf?PHPSESSID=2e28ad539076607c8a87410971196e51



 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »