Ärzte Zeitung, 20.10.2009

Neue Grenzen für den Wechsel in die PKV

In 2010 steigt wieder die Beitragsbemessungsgrenze für die Sozialversicherung. Das macht nicht nur die Versicherungsbeiträge für Gutverdiener und Arbeitgeber teurer. Auch der Eintritt in die PKV wird so erschwert.

Von Wolfgang Büser

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Unter 49 950 Euro Brutto im Jahr gibt es keine Möglichkeit, von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung zu kommen.

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Ab Januar 2010 wird, wie stets zum Jahreswechsel, die Sozialversicherung teurer. Zwar sieht es so aus, als ob die Beitragssätze gleich bleiben, jedoch wird die so genannte Bemessungsgrenze (wir berichteten kurz), aus der sich die Höchstbeiträge zu den vier Sozialversicherungszweigen ergeben, angehoben. Und so erhöht sich die Beitragsbemessungsgrenze in 2010:

  • Renten- und Arbeitslosenversicherung: im Westen von 5400 Euro auf 5500 Euro im Monat, im Osten von 4550 Euro auf 4650 Euro
  • Kranken- und Pflegeversicherung: bundeseinheitlich von 3675 Euro auf 3750 Euro im Monat.
  • Der Beitragssatz in der Rentenversicherung wird wie bisher 19,9 Prozent betragen, der zur Arbeitslosenversicherung ebenfalls unverändert 2,8 Prozent. In der Krankenversicherung gilt für alle Kassen ein Beitragssatz von 14,9 Prozent (14 Prozent teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer/Rentenversicherung und Rentner; 0,9 Prozent tragen allein die Arbeitnehmer/Rentner). In der Pflegeversicherung gibt es zwei Beitragssätze: Im "Normalfall" beträgt er weiter 1,95 Prozent (den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen); "Kinderlose" müssen 0,25 Prozent zusätzlich zahlen. Rentner zahlen den Gesamtbeitrag in Höhe von 1,95 beziehungsweise 2,20 Prozent der Rente allein.

Daraus ergeben sich ab 2010 diese bis zu 35,46 Euro monatlich angehobenen Höchstbeiträge in der

  • Rentenversicherung: 1094,50 Euro statt 1074,60 Euro im Monat (Ost: 925,35 Euro statt 905,45 Euro)
  • Arbeitslosenversicherung: 154 Euro statt 151,20 Euro monatlich (Ost: 130,20 Euro statt 127,40 Euro)
  • Krankenversicherung: 558,76 Euro monatlich statt 547,58 Euro. Davon tragen Arbeitnehmer beziehungsweise Rentner 33,76 Euro allein, den Rest (525 Euro) teilen sich Arbeitgeber/Rentenversicherer und Arbeitnehmer/Rentner.
  • Pflegeversicherung: 73,14 Euro statt 71,66 Euro im Monat plus gegebenenfalls 9,38 Euro statt 9,20 Euro für "Kinderlose".

Wichtig auch für angestellte Ärzte, die lieber in die PKV wechseln wollen: Die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt von 4050 Euro auf 4162,50 Euro pro Monat. Das heißt, es ist über drei Jahre hinweg ein Jahreseinkommen von 49 950 Euro im Jahr nötig, regelmäßige Sonderzahlungen (Urlaubs-, Weihnachtsgeld) inklusive, um sich privat krankenversichern zu können. Die Drei-Jahres-Frist soll allerdings jetzt wieder auf ein Jahr verkürzt werden.

Für diejenigen, die am 31. Dezember 2002 privat krankenversichert waren, beträgt der Grenzwert statt 3675 Euro nun 3750 Euro (= 45 000 Euro im Jahr). Ehepartner und Kinder von gesetzlich Krankenversicherten bleiben bis zu eigenen Einkünften von 365 Euro im Monat kostenfrei mitversichert (für geringfügig beschäftigte Angehörige gilt ein Grenzwert von 400 Euro). Die Hinzuverdienstgrenze für vorzeitige Alters- sowie Erwerbsminderungsrentner bleibt bei 400 Euro.

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