Ärzte Zeitung, 02.12.2009

Lieber wechseln, statt einfach nur zu verlängern

Anschlussdarlehen sind für Bauherren ein wichtiges Thema. Wer sich hier gut informiert, kann einige tausend Euro sparen.

NEU-ISENBURG (lu). Viele Bauherren geben sich bei der Hausfinanzierung unendlich viel Mühe - vergleichen die Angebote, feilschen um Bruchteile von Prozentpunkten und lassen sich von unabhängigen Experten gegen Honorar beraten. "Beim Anschlussdarlehen indes schludern viele und verschenken damit gutes Geld", sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung. Dieses Vorgehen ist nach seinen Worten im Grunde unlogisch, denn schließlich müssen gerade jene Anbieter, die bei der Erstfinanzierung glänzen, ihre Marge bei der Anschlussfinanzierung aufpäppeln.

Dieses Phänomen hat die FMHFinanzberatung nicht nur bei Sparkassen und Volksbanken festgestellt, die die Tatsache ausnutzen, dass ihre Kunden überwiegend treu sind. Auch Banken, die sich als Baugeldspezialisten geben, machten ihren Bestandskunden zum Teil zweitklassige Angebote am Ende der Zinsbindung, so Herbst.

Dabei kann sich ein Bankwechsel aus mehreren Gründen lohnen. So werden inzwischen übliche Konditionen wie Sondertilgung und Tilgungsveränderung standardmäßig in die Anschlussdarlehen integriert. Oft sind die Beleihungsaufschläge geringer, da der Beleihungswert vieler Immobilien zugelegt und die Bonität der Kunden sich verbessert hat.

Wegen des bisherigen Schuldenabbaus können zudem frei gewordene Anteile der Grundschuld eingesetzt werden, um den Kredit aufzustocken, ohne dass im Grundbuch teure Veränderungen vorgenommen werden müssen. Bei einer Prolongation hingegen wird der bestehende Vertrag bei der Bank schlicht und einfach weitergeführt - was bedeutet: Der Bauherr verzichtet freiwillig auf die vorteilhaften Konditionen, die Neukunden bei Banken problemlos bekommen.

Ein besonderes Angebot für die Anschlussfinanzierung macht nach Herbsts Worten derzeit die Hannoversche Leben. Dazu gehört: zwölf Monate, in denen keine Bereitstellungszinsen verlangt werden, Sondertilgungsoptionen, Beleihung bis zu 80 Prozent des Immobilienwertes.

Auch bei den Vermittlern tut sich was. So hält Hypotheken Discount die Angebote für Anschlussdarlehen bis zu zwei Wochen aufrecht - angesichts der üblichen Frist von zwei bis drei Tagen ein Zeichen, dass der Vermittler sich seiner Sache ziemlich sicher ist. Fazit von FMH-Inhaber Max Herbst: "Wer keine Viertelstunde investieren will, um Zinsvergleiche und Rechner für seine Anschlussfinanzierung zu nutzen, wird für seine Vertrauensseligkeit von vielen Banken ausgenutzt."

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