Ärzte Zeitung, 07.12.2009

Das schwarze Gold lockt mit steueroptimierten Investments

Pipeline-Betreiber schütten aufgrund ihres steueroptimierten Status sämtliche Überschüsse an Aktionäre aus. Etliche Werte sind auch an deutschen Börsen gelistet und versprechen gute Renditen, meinen Experten.

Von Richard Haimann

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Öl-Investments versprechen teilweise hohe Renditen.

Foto: Lukyanov©www.fotolia.de

US-Infrastrukturdienstleister für Mineralöl- und Erdgaskonzerne verwöhnen ihre Anteilseigner mit Ausschüttungsrenditen von zum Teil mehr als sieben Prozent. Auch deutsche Anleger können davon profitieren.

Unternehmen wie Alliance Resource Partners und Breitburn Energy Partners verdienen ihr Geld damit, Pipelines und Lagertanks für Mineralölgesellschaften und Erdgaskonzerne zu unterhalten. Das klingt nach einem langweiligen Geschäft. Doch die Anteilseigner verdienen gut dabei. Die Gesellschaften sind nämlich als Master Limited Partnerships (MLP) konzipiert. Damit sind sie faktisch börsennotierte geschlossene Fonds mit einem Steuervorteil.

"MLP müssen ihre Gewinne nicht versteuern, sondern ihre gesamten überschüssigen Einnahmen an die Aktionäre ausschütten", erläutert Charlie Farrell, MLP-Experte bei der Beratungsgesellschaft Northstar Investment Advisors. Das heißt: Jeder eingenommene Cent, den ein MLP nicht zur Unterhaltung seiner Leitungsnetze und Vorratslager benötigt, muss am Ende jedes Quartals an die Anteilseigner ausgekehrt werden.

So schüttete Alliance Resource Partners Ende September für das dritte Quartal 2009 0,76 US-Dollar (0,51 Euro) pro Anteil aus. Beim gegenwärtigen Börsenkurs von 26 Euro entspricht dies einer Quartalsdividende von 1,96 Prozent oder einer Jahresdividende von 7,8 Prozent.

Die US-Regierung hatte 1980 nach der zweiten Ölkrise das Gesetz zur Gründung von MLP verabschiedet. Durch den Steuervorteil und die Ausschüttungspflicht wurden die Gesellschaften in die Lage versetzt, Milliardenbeträge bei Privatanlegern einzusammeln und damit Mineralöl- und Erdgaskonzernen ihre Versorgungsleitungen und Vorratslager abzukaufen. Dadurch gewannen die Energieversorger frisches Kapital für die Exploration neuer Öl- und Gasfelder außerhalb des Nahen Ostens.

Die Einnahmen der MLP variieren mit der Menge an Öl und Gas, das durch ihre Pipelines fließt oder in ihren Tanks gelagert wird. Weil mit dem Wirtschaftsabschwung auch die Nachfrage nach Öl und damit der Bedarf an Leitungskapazitäten zurückgegangen ist, fielen die Einnahmen zahlreicher Master Limited Partnership im dritten Quartal dieses Jahres niedriger aus als im Vorjahreszeitraum. So betrugen die ausschüttungsfähigen Einnahmen bei Magellan Midstream Partners in den drei Monaten von Anfang Juli bis Ende September 2009 54,2 Millionen US-Dollar nach 69,4 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2008. Bei Legacy Reserves Limited Partners ging der Ausschüttungsbetrag von 24,7 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal 2009 auf 23,3 Millionen US-Dollar im dritten Quartal zurück.

Thomas Cameron, Vorstandschef von Dividend Growth Advisors, sieht dennoch jetzt die Zeit gekommen, in MLP zu investieren. Denn die Börsenkurse der Gesellschaften notieren derzeit um bis zu 20 Prozent niedriger als 2007. "Mit der Wirtschaftserholung werden die Einnahmen der Gesellschaften und damit auch ihre Ausschüttungsrenditen wieder steigen", sagt Cameron.

Eine Reihe der Partnerships sind auch an deutschen Börsen gelistet, weil die Gesellschaften zusätzliches Anlegerkapital in Europa akquirieren wollen. Dazu zählen Alliance Resource Partners (ISIN: US01877R1086), Breitburn Energy (US1067761072) und Magellan Midstream Partners (US5590801065). Darüber hinaus können Anleger über ihre Bank und Sparkasse Anteile an jedem MLP auch direkt an der New Yorker Börse erwerben.

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