Ärzte Zeitung, 08.03.2010

Anlagen-Kolumne

Fondssparen nutzt den eigenen Kindern - wenn es richtig gemacht wird

Mit Fonds wirft das Sparbuch für den Nachwuchs mehr ab.

Von Gottfried Urban

Etwa jedes zweite Kind, das heute das Licht der Welt erblickt, wird 100 Jahre alt. Ob sie ihren Lebensabend auch unbeschwert genießen können, hängt nicht zuletzt von den Weichenstellungen ihrer Eltern ab. Unverzichtbar ist ihre Vorsorge schon deshalb, weil von der staatlichen Rente nicht mehr viel zu erwarten ist. Viele Eltern möchten gerne etwas für den Nachwuchs zurücklegen.

Dabei soll die Anlage flexibel bleiben, also ohne feste Laufzeiten oder Sparraten, die angesparten Gelder sollen jederzeit verfügbar sein. Das Kindersparbuch erfüllt diese Anforderungen und gehört für mich als Sparanlage zum Anfassen einfach dazu. Eltern sollten aber nicht vergessen, dass bei einem Sparbuchzins von unter einem Prozent nur Kleinigkeiten auf dem Sparkonto bleiben sollten. Für einen Zeitraum von 15 Jahren und mehr ist das nicht die richtige Anlageform. 

Letztlich soll aber auch eine lukrative Rendite herausspringen. Gerade die langfristige Geldanlage sollte den Wertverzehr durch Inflation berücksichtigen. Nur zwei Prozent Inflation vernichtet in zwanzig Jahren etwa ein Drittel der Kaufkraft. Zum Inflationsausgleich eignen sich langfristig nur Produktivkapital und Sachwertanlagen.
Nur eine Anlageform erlaubt es, all diese Ziele und Wünsche zu vereinen: das Fondssparen. Fondssparpläne beginnen ab einem Betrag von etwa 25 bis 50 Euro pro Monat.

In festen Sparraten, die im Bedarfsfall aber an veränderte Lebenssituationen angepasst werden können, erwirbt man für das Kind Monat für Monat Anteile eines oder mehrerer Fonds. Auch Einmalzahlungen wie die Geldgeschenke anlässlich von Taufe, Geburtstagen, Firmung oder Konfirmation lassen sich in die Anlage einbringen.

Aber auch beim Sparen für Kinder gilt: Vermögensaufteilung ist die beste Absicherung. Von Branchen- und Länderfonds rate ich ab. Neben klassischen global aufgestellten Aktien- und offenen Immobilienfonds bieten sich gute Mischfonds an, die in alle Anlageklassen investieren. Das ist zwar ein alter Hut, doch Privatanleger werfen ihre Pläne zu oft über den Haufen.

Gab es doch vor der Finanzkrise noch langfristige Konzepte über die Aufteilung des Vermögens in Zinspapiere, Immobilien und Aktien, so sind diese Konzepte für viele nicht mehr relevant. Wer langfristig Vermögen schaffen will, der muss vor allem Disziplin an den Tag legen und Sparpläne über lange Zeiträume aufrechterhalten. Ebenso muss in schwierigen Marktphasen genauso konsequent gespart werden wie in euphorischen Marktstimmungen.

Richten Sie ein Investmentkonto für Kinder ein und erläutern Sie die Funktionsweise von Produktivkapital und Sachwertanlagen. Denn die Rentabilität von Produktivkapital wird auch in Zukunft bei langfristiger Betrachtung deutlich über dem risikolosen Zins liegen und gute Erträge abwerfen. Zur Absicherung für den Fall der Fälle bietet sich dazu noch eine Unfallversicherung für ein paar Euro im Monat für‘s Kind an. Bei vielen anderen Versicherungsformen wäre ich allerdings vorsichtig.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »