Ärzte Zeitung, 19.04.2010

Anlagen-Kolumne

Tauziehen zwischen Kurschancen und Währungsrisiken

Wer in US-Aktien anlegt, für den bleibt es spannend. Schaffen es die USA tatsächlich, ihren Export zu steigern, könnten einige Aktienwerte profitieren.

Von Jens Ehrhardt

US-Präsident Obama verkündete jüngst sein ehrgeiziges Ziel, das Exportvolumen amerikanischer Unternehmen innerhalb von fünf Jahre zu verdoppeln. In diesem Zusammenhang rief er dazu auf, praktisch alle denkbaren Maßnahmen zu ergreifen.

Tatsächlich wäre eine Steigerung des Exportvolumens ein wesentlicher Baustein zur Gesundung der US-Wirtschaft. Glaubt man den Ankündungen des US-Präsidenten, könnte dies durchaus dem amerikanischen Aktienmarkt und insbesondere US-Exportwerten zugute kommen.

In der Theorie ließe sich der US-Export dadurch beleben, dass man die Qualität der angebotenen Waren und Dienstleistungen steigert. Früher vorhandene Qualitätsvorsprünge haben die US-Unternehmen allerdings in den vergangenen Jahren kontinuierlich eingebüßt, und es ist nicht damit zu rechnen, dass man kurz- bis mittelfristig die Wettbewerbsposition durch Qualitätssteigerungen verbessern kann.

In der Theorie sind drei Szenarien möglich

Eine andere Möglichkeit wäre, dass man die Produkte im Ausland zu niedrigeren Preisen anbietet. Vor dem Hintergrund schlechter Rentabilitätskennzahlen fehlt allerdings den meisten Unternehmen jeglicher Spielraum für Preissenkungen.

Als letzten Ausweg werden die Amerikaner voraussichtlich versuchen, über eine gezielte Politik der Inflationserhöhung und der Dollarabschwächung ihre Wirtschaft und den Export zu stimulieren. Mit gezielter Inflations- und Dollarabwertungspolitik wird man nominell in den USA bessere Zahlen als in Europa erwirtschaften können, was möglicherweise dem amerikanischen Aktienmarkt zugute kommen könnte.

Zusammenfassend könnten US-Aktien und insbesondere US-Exportwerte vorübergehend durchaus von weiteren Stimulierungsmaßnahmen der amerikanischen Notenbank profitieren.

Anleger aus Europa sichern ihre US-Bestände besser ab

Als Anleger mit Euro-Hintergrund ist man gut beraten, wenn man jegliche Bestände in US-Aktien währungsmäßig absichert. So zeigen die längerfristigen Charts, dass die jüngste Aufwertung des Dollar gegenüber dem Euro nur eine Korrektur der US-Währung im Abwärtstrend war. Kursgewinne in US-Aktien könnten daher bei fehlender Währungssicherung durch Dollar-Verluste aufgezehrt werden.

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