Ärzte Zeitung, 06.05.2010

Kommentar

Schön unauffällig bleiben!

Von Rebekka Höhl

Mit dem Fiskus legt man sich besser nicht an. Denn hat die Geldsammelstelle des Staates erst einmal jemanden auf dem Kieker, macht sie ihm das Leben meist so richtig schwer. Aber bislang konnte man sich als normaler Steuerzahler und konnten sich Ärzte als Freiberufler ganz gut in steuerlicher Unscheinbarkeit halten.

Eine äußerst langweilige und unbefriedigende Situation für den Fiskus, wie es scheint. Deshalb und weil der Staat wohl auch auf noch nicht ausgeschöpfte Geldquellen hofft, ist jetzt damit Schluss. Die Steuerbehörden können nämlich ab Herbst - mit der Einführung ihres neuen Risikomanagementsystems - ihrem Prüfverlangen fast freien Lauf lassen. Warum? Weil danach schon auffällig ist - oder wie es die Behörde nennt, ein höheres Risiko hat - wer mehrere Einnahmequellen vorweisen kann und wer einen Steuerzahltermin verpasst. Und dann darf die Behörde richtig loslegen: von Nachprüfungen über Schwerpunktprüfungen bis hin zum Einsatz des kompletten Prüfapparates.

Um dem Prüfwahn zu entkommen, hilft da wohl nur eines: Ein gut geführter Steuerkalender, Schreiben der Behörde bloß nicht zum Poststapel legen, Unterlagen sammeln - und beten, dass man nicht weiter auffällt.

Lesen Sie dazu auch:
Bald stellt der Fiskus sein Prüfverfahren um

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Eine "mission impossible" für Diabetiker?

Kein Zweifel: Eine gute Blutzuckereinstellung plus Korrektur der übrigen Risikofaktoren lohnt sich. Um das zu erreichen, gilt es für Diabetiker zwei Hürden zu überwinden. mehr »

EU-Ärzte sollen bleiben dürfen

Theresa May hat ein Bleiberecht für EU-Bürger nach dem Brexit angekündigt. Betroffene Ärzte nehmen das jedoch mit gemischten Gefühlen auf. mehr »

Pfleger lernen als "Robo Cop", wie sich Altern anfühlt

In einem Modellprojekt sollen junge Menschen mit Förderbedarf für die Altenpflege gewonnen werden: Sie erleben im Simulationsanzug das Altern am eigenen Leib und üben die Pflege an lebensgroßen Puppen. mehr »