Ärzte Zeitung, 28.06.2010

Anlagen-Kolumne

Nicht nur Gold, auch Goldminen machen sich gut im Depot

Gold ist immer interessant, wenn die Währungen ins Gerede kommen. In Form von Minenfonds können Anleger am Metallboom teilhaben.

Von Gottfried Urban

Nicht die Börsenturbulenzen, sondern die Bewegungen an der Währungsfront haben das erste Halbjahr 2010 entscheidend geprägt. Durch das schwindende Vertrauen zum Geld ist der Goldkurs weiter gestiegen. Derzeit könnte aber auch ein Investment in Minenfonds interessant sein.

Die Schieflage einiger Euroländer ermöglichte es Finanzmarktspekulanten, gegen den Euro zu wetten. Die Diskussion hat nun eine Flucht in die Weltleitwährung, den US-Dollar (USD), ausgelöst. Sobald Investoren erkennen, dass der USD nicht die Lösung ist, wird eine erneute Währungsflucht einsetzen. Zunächst sollte der Dollar aber noch eine Weile von den Unsicherheiten in Europa profitieren und seitwärts tendieren. Die Frage lautet aber dann: Wohin?

Derzeit existieren nur wenige gesunde Währungen, die Schwellenländer haben diesbezüglich stark aufgeholt. Für die auf riesigen (Petro)Dollar-Guthaben sitzenden arabischen Staaten, aber auch China und die USA selbst sind marktenge Währungen allerdings keine Option. So bleiben also noch die Edelmetalle. Doch das Volumen ist viel zu klein, um Umschichtungen in großem Stil zu ermöglichen.

Der Privatanleger ist dazu in der Lage, nicht jedoch große Fonds und erst recht nicht Staaten mit ihren Währungsreserven. Die wenigsten Anleger haben aktuell tatsächlich ein substanzielles Engagement in Gold aufgebaut. In einer aktuellen Studie der Credit Suisse und auch der UBS wird dies bestätigt, doch in der offiziellen Hausmeinung bei großen Banken spielt Gold (noch) keine Rolle. Auslöser einer weiteren Goldpreisexplosion könnten aber neue Spekulationen gegen verschuldete Staaten sein. Bisher galten die Angriffe relativ unbedeutenden Ländern. Bedrohlich wird es dann, wenn Japan, Großbritannien oder die USA von Spekulationswellen erfasst werden. Die USA wären dafür durchaus anfällig, weil sie einen Schuldenberg von 13 Billionen Dollar stemmen müssen - mit Pensionsverpflichtungen sind die Schulden sogar viermal so hoch.

Empfehlenswert ist außer einem Notgroschen in Gold deshalb ein Investment in Minenfonds. Während man mit dem physischen Metall nur bei Preisanstiegen eine Rendite erzielt, verdienen die Minen momentan prächtig. Selbst wenn der Goldpreis vorübergehend fallen sollte, ist die Gewinnmarge noch immer fürstlich. Breit gestreute Fonds, die in Minenunternehmen investieren, sollten in etwa gleicher Höhe zum Goldbestand im Depot gehalten werden. Anleger müssen sich aber auf hohe Schwankungen beider Anlagen einstellen.

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