Ärzte Zeitung, 21.07.2010

Gut vorgebaut fürs Alter und fürs Studium

Mit Fondssparplänen und privaten Rentenversicherungen lassen sich Rücklagen für Ruhestand und Ausbildung der Kinder schaffen. Dabei gilt es, Erträge und Risiken gut abzuwägen.

Von Richard Haimann

Gut vorgebaut fürs Alter und fürs Studium

Die Pläne wachsen mit dem Alter. Da kann eine gute Vorsorge nicht schaden.

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NEU-ISENBURG. Immer mehr Deutsche wollen für das Alter und die Ausbildung ihrer Kinder vorsorgen. Das zeigt eine neue Umfrage von Union Investment. Danach beschäftigen sich 74 Prozent der Bundesbürger mit der Frage, wie sie ein Vermögen für die Zukunft aufbauen können. Vor einem Jahr taten dies noch 69 Prozent. "Den Menschen wird die Bedeutung der privaten Vorsorge immer stärker bewusst", sagt Wolfgang Erling, Leiter Zukunftsvorsorge bei der Fondsgesellschaft der genossenschaftlichen Banken.

Die Ergebnisse der Umfrage sind auch im Bankenalltag spürbar: "Immer mehr junge Ärzte treffen gezielte Investmententscheidungen für die Alters- und Familienvorsorge", bestätigt Torsten Zierk, Produktmanager Wertpapiere und Anlagen bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank).

Fonds oder Versicherung - das ist hier die Frage

Zur Wahl stehen drei Strategien. "Die Kunden können direkt Aktien und Anleihen erwerben, ihr Geld in Investmentfonds anlegen oder eine Versicherungslösung wählen", erläutert Zierk. Von selbstständigen Engagements am Kapitalmarkt rät der Experte allerdings ab: "Ein Arzt hat bei seiner hohen beruflichen Belastung in der Regel nicht die Zeit, das Börsengeschehen genau zu verfolgen."

Bei der Entscheidung zwischen einem Fonds und einem Versicherungsprodukt sollten Anleger die Vor- und Nachteile genau abwägen, empfiehlt Peter Lischke, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Berlin. "Sie sollten sich die Kosten und Gebühren sowie einen etwaigen Mindestgarantieertrag von ihrem Berater genau vorrechnen lassen."

Den besten Schutz bieten die Assekuranzprodukte. "Bei einer privaten Rentenversicherung ist eine Garantieverzinsung von 2,25 Prozent staatlich vorgeschrieben", sagt Lischke. "Zudem müssen die Erträge nur mit dem halben persönlichen Steuersatz versteuert werden, wenn die Versicherung mindestens zwölf Jahre besteht und die Auszahlung erst nach Vollendung des 60. Lebensjahres erfolgt", erläutert Dieter Stroekens, Versicherungsexperte der apoBank. Selbst wer unter den aktuellen Spitzensteuersatz von 42 Prozent fällt, müsste die Erträge nur mit 21 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent versteuern - mithin also mit 22,155 Prozent.

Fondserträge unterliegen dagegen der Abgeltungssteuer. Damit kassiert der Fiskus inklusive Solidaritätszuschlag 26,375 Prozent des erzielten Gewinns. "Dafür sind die Ausgabeaufschläge und Verwaltungskosten bei Fonds in der Regel niedriger als bei Versicherungen", sagt Lischke. Zudem hätten Fonds im langfristigen Vergleich in der Vergangenheit eine höhere Rendite als private Rentenversicherungen erzielt.

In der Tat: Nach der jüngsten Studie des Branchendienstes MapReport erbrachte eine vor 30 Jahren abgeschlossene private Rentenversicherung im Schnitt einen Jahresertrag von 5,81 Prozent. Hingegen erzielten internationale Aktienfonds nach der jüngsten Statistik des Fondsverbands BVI in den vergangenen 30 Jahren eine jährliche Durchschnittsrendite von 8,3 Prozent. Torsten Zierk rät, genau auf solche weltweit investierenden Fonds zu setzen: "Durch ihre breite Streuung können internationale Aktienfonds etwaige Rückschläge an einzelnen Märkten sehr gut abpuffern." Außerdem gelte natürlich grundsätzlich: Je länger die Laufzeit eines Sparplans, desto geringer das Risiko - Schwankungen werden eher ausgeglichen - und desto höher der mögliche Zinseszinseffekt. Es zahle sich also aus, möglichst früh abzuschließen.

Auch Rentenfonds sind eine Option für die Vorsorge

Ärzte, die ihr Kapital nicht vollständig dem Risiko der Aktienmärkte aussetzen wollen, könnten zu Fonds greifen, die auch in Anleihen investieren oder mit fortschreitender Laufzeit immer stärker aus Aktien in Staatsanleihen umschichten. Darüber hinaus könnten Anleger auch von vornherein einen Teil ihres Geldes in Anleihefonds (Fachbegriff Rentenfonds) oder in offenen Immobilienfonds anlegen. Nach der BVI-Statistik warfen internationale Rentenfonds in den vergangenen 30 Jahren im Schnitt einen Jahresertrag von 6,9 Prozent ab, offene Immobilienfonds schafften 5,6 Prozent.

Ein Service der Deutschen Apotheker- und Ärztebank

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