Ärzte Zeitung, 07.02.2011

Anlagen-Kolumne

Hellas gewinnt das Vertrauen der Anleger wieder zurück

Das nervenaufreibende Bangen für private Anleger hat langsam ein Ende. Wer in griechische Staatsanleihen investiert hat, kann doch mit hohen Renditen rechnen.

Von Gottfried Urban

Hellas gewinnt das Vertrauen der Anleger wieder zurück

Wer hätte das gedacht: vor wenigen Monaten noch galten Investitionen in griechische Anlagen als sicherer Weg in die Geldvernichtung. Mittlerweile hat sich die Stimmung aber wieder gedreht.

Weil die Regierungschefs der Euro-Staaten Hellas mit einem Schuldenabbau-Plan unter die Arme greifen wollen und sich die Wirtschaft schneller als gedacht erholt, kehrt auch das Vertrauen der Anleger in die Märkte zurück. So haben die Kurse griechischer Staatspapiere bereits zugelegt, und auch der Aktienmarkt präsentiert sich neuerdings in tadelloser Verfassung.

Die Europäische Union, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfond planen, Athen Milliarden zu leihen, damit das Land im großen Stil eigene Staatsanleihen zu beispielsweise 80 Prozent des Nennwerts von privaten Anlegern zurückkaufen kann.

Zudem sollen die Laufzeiten von bestehenden Anleihen auf 15 und 20 Jahre ausgedehnt werden. Experten sagen voraus, dass Anleger lieber das Rückkaufangebot annehmen werden und der Staat dadurch seine Schulden nachhaltig reduzieren kann. Gelingt das, so könnte das Spekulanten, die auf einen Staatsbankrott Griechenlands wetten, einen Strich durch die Rechnung machen.

Welche Chancen eröffnet das den Anlegern? Wenn man davon ausgeht, dass der bisherige Garantietopf für Euroschulden bis Ende 2012 weiterhin gilt, dann sollten Staatsanleihen mit Fälligkeiten bis 2012 nicht unter den geplanten "Haircut" fallen und mit 100 Prozent zurückbezahlt werden.

Gut zehn Prozent Rendite sind möglich. Letztere setzt sich aus einem laufenden Zins von vier und einem Fälligkeitsgewinn von über sechs Prozent zusammen.

Nur bei den längeren Laufzeiten werden wohl private Investoren erstmalig zur Sanierung der Staatshaushalte mit dem beschriebenen Konzept herangezogen werden.

Am 25. März soll darüber entschieden werden. Ein kleines Restrisiko bleibt: Eine Einbeziehung der kurzen Laufzeiten in das pauschaleSanierungsprogramm kann trotz gegenteiliger Garantieversprechen nicht ausgeschlossen werden.

Interessanter als der Zins- ist der griechische Aktienmarkt. Er würde nicht nur vom EU-Plan profitieren. Der Markt bildet gerade eine mustergültige Umkehrformation heraus.

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