Ärzte Zeitung, 02.05.2011

Anlagen-Kolumne

Rückschläge an Aktienmärkten sind weiter gute Kaufoptionen

Die Natur- und Atomkatastrophe von Japan hat es wieder bestätigt: Panikartige Verkäufe an den Börsen bieten Anlegern gute Gelegenheiten, günstig zu investieren.

Von Jens Ehrhardt

Rückschläge an Aktienmärkten sind weiter gute Kaufoptionen

Nachdem die Aktienmärkte im März durch die inzwischen schon bald wieder vergessenen Vorkommnisse in Japan einen stärkeren Rücksetzer erlebten, setzte zügig eine breite Erholung am Aktienmarkt ein. Drei wesentliche Faktoren signalisierten einen guten Einstiegszeitpunkt.

Erstens waren die Börsenumsätze ungewöhnlich hoch, was auf einen Ausverkauf hingedeutet hatte. Zweitens führte die Korrektur bei etwa der Hälfte der weltweit wichtigen Indizes bis auf die viel beachtete 200-Tage-Durchschnittslinie, und drittens war in Deutschland der kurzfristige Pessimismus für einige Tage sehr hoch.

Die positive Börsenstimmung in den USA zeigte sich unbeeindruckter durch das Atomunglück in Japan als die Stimmung in Deutschland - sonst wäre das antizyklische Einstiegssignal perfekt gewesen.

Alle drei Faktoren sind im Moment wieder im neutralen Bereich. Die Erholung am Aktienmarkt wird derzeit von überwiegend guten Unternehmenszahlen untermauert. Mehr als die Hälfte der 500 größten US-Unternehmen haben berichtet. Immerhin 44 Prozent haben die Schätzungen der Analysten übertroffen, und nur zehn Prozent haben die Schätzungen verfehlt.

Das ist besser als im historischen Vergleich üblich. Entsprechend positiv sind derzeit auch die Unternehmensvorstände in Umfragen gestimmt. Gleichzeitig entwickeln sich die Frühindikatoren in den USA und der Kupferpreis - einer der besten Frühindikatoren - sehr gut und deuten auf Wirtschaftswachstum hin.

Die US-Notenbank hat zwar ihre Wachstumsprognose jüngst auf 3,1 bis 3,3 Pozent gesenkt und wird sich vom sogenannten QE2, der monetären Lockerung, ab Juli verabschieden.

Einen restriktiveren geldpolitischen Kurs hat sie damit aber nicht eingeschlagen - zumal die Inflation nicht als Problem angesehen wird. Es wird im zweiten Halbjahr eine Phase des Abwartens seitens der Notenbank eingeschlagen, aber im Zweifel dürften sich die Investoren an den Aktienmärkten der Unterstützung der Notenbanken sicher sein.

Unlängst hat der frühere Notenbankchef Alan Greenspan auf einer Konferenz davon gesprochen, dass die effektivste Stimulierung der US-Wirtschaft (via Konsum) durch einen Anstieg des US-Aktienmarktes zu erzielen sei.

Ein solcher Kursanstieg wäre in der Lage, die Impulskraft der Konjunkturprogramme der Regierung zu übertreffen, so Greenspan. Da viele Investoren auf diese Unterstützung bauen, bieten Rückschläge am Aktienmarkt weiterhin Kaufgelegenheiten.

Topics
Schlagworte
Finanzen/Steuern (10251)
Personen
Jens Ehrhardt (252)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Psychotherapie-Richtlinie steht vor holprigem Start

Der Start der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April löst bei den Beteiligten keine Begeisterung aus. Die Kritik überwiegt. Lesen Sie die aktuellen EBM-Ziffern. mehr »