Ärzte Zeitung, 25.11.2011

Wer gut vorsorgt, hat im Alter Ruhe

Ruhe im Alter fußt auf vernünftiger Vorsorge

Praxisverkauf plus Eigenheim plus Versorgungswerk gleich Altersversorgung, lautet eine gängige Rentenformel unter Ärzten. Doch wer genau hinsieht, entdeckt bei der Formel Imponderabilien.

Von Martin Volmer

Ruhe im Alter fußt auf vernünftiger Vorsorge

Den Lebensabend genießen - mit dem richtigen Finanzpolster ist das kein Problem.

© Sven_Vietense/fotolia.com

NEU-ISENBURG. Zwölf Stunden in der Praxis, abends die Buchhaltung, und am Wochenende fordert die Familie ihr Recht - da bleibt niedergelassenen Ärzten wenig Zeit, sich schon frühzeitig über ihre Finanzen im Ruhestand Gedanken zu machen.

Praxisverkauf plus Eigenheim plus Versorgungswerk gleich Altersversorgung, lautet dann schnell die Rentenformel vieler Ärzte. Doch zumindest die ersten beiden Parameter dieser Gleichung sind unbekannt.

"Gerade Heilberufler sind in Sachen Geldanlage und Vorsorge zu wenig informiert", resümiert Dr. Jürgen Bauer, Geschäftsführer der Dr. Bauer & Co. Vermögensmanagement GmbH, München, basierend auf seinen Praxiserfahrungen. Schließlich ist jeder Zweite seiner Mandanten freiberuflich tätig, die meisten sind Ärzte.

Das Thema Altersvorsorge hat oft keine hohe Priorität

"Das Thema Altersvorsorge wird gern auf später verschoben", meint auch Uwe Zimmer, Vorstand der Kölner Meridio Vermögensverwaltung AG. Dabei unterschätzten Ärzte zwei wesentliche Aspekte: den Zinseszins und die steuerliche Begünstigung.

"Bis zu 20.000 Euro kann jeder Bürger als Sonderausgaben für die Altersvorsorge absetzen. Die Rente daraus wird zwar nachgelagert besteuert. Doch dann ist der individuelle Steuersatz in der Regel niedriger als in der Berufsphase", erklärt Zimmer. In der Zwischenzeit erwirtschaften die aufgeschobenen Rentenbeiträge aber Zins und Zinseszins für den Anleger.

Deshalb sollten Ärzte so früh wie möglich mit der Altersvorsorge beginnen. "Selbstständige und Freiberufler sollten von Beginn an ein Budget für die Altersvorsorge einplanen. Grob kann man sich daran orientieren, was man als Angestellter in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen müsste, also etwa 20 Prozent des Bruttoeinkommens", rät Zimmer.

Rürup-Rente: Abschluss noch 2011

Wer bis 31.12.2011 eine Rürup-Rente abschließt, kann sich seine Rente aus diesem Vertrag noch mit Vollendung des 60. Lebensjahrs auszahlen lassen.

Ab 2012 neu abgeschlossene Verträge werden nur dann noch steuerlich gefördert, wenn die Auszahlung frühestens ab 62 Jahren statt wie bisher ab 60 Jahren beginnt.

Bei den Sonderausgaben werden aber auch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder zu einem berufsständischen Versorgungswerk berücksichtigt.

Ob der Abschluss einer Rürup-Rente dann tatsächlich noch steuerliche Vorteile bringt, sollten Ärzte zusammen mit einem Steuerberater klären.

Steuerlich gefördert wird die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt. Diese Form der Rentenversicherung darf bei Selbstständigen nicht in die Insolvenzmasse eingerechnet werden und ist nicht pfändbar. Andererseits ist der Vertrag extrem unflexibel, nicht kündbar und nicht veräußerbar.

Umso wichtiger ist eine fundierte Beratung, die neben steuerlichen Fragen auch Aspekte wie den Hinterbliebenenschutz oder den Einschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung berücksichtigt.

Von der Rürup-Rente in Form der klassischen Rentenversicherung hält Jürgen Bauer nicht viel: "Was derzeit besonders sicher angelegt wird, bringt inflationsbereinigt eine negative Rendite."

Wer jung genug ist, kommt an Risikopapieren nicht vorbei

Wer jung genug ist, größere Schwankungen an der Börse auszusitzen, kommt nach Meinung des Münchener Vermögensverwalters nicht an Risikopapieren vorbei. Langfristig seien mindestens sechs Prozent jährlich nötig, um den Kaufkraftverlust auszugleichen und das Kapital zu mehren.

Bauer erwartet, dass die Kursschwankungen an den Kapitalmärkten künftig noch häufiger und stärker werden. "Deshalb sollten Wertpapierdepots gut diversifiziert und aktiv gemanagt werden", rät Bauer. Dazu eigneten sich zum Beispiel vermögensverwaltende Fonds, die zwischen den verschiedenen Anlageklassen schnell umschichten können.

Potenzial von Immobilien bei Kapitalerhalt und Wertsteigerung wird oft überschätzt

Immobilien spielen in der Altersvorsorge von Freiberuflern die größte Rolle. "Wir empfehlen, etwa ein Drittel des Vermögens in Immobilien zu investieren. Doch häufig treffen wir auf Strukturen, in denen diese Anlageklasse 90 Prozent ausmacht", erläutert Bauer.

Aus seiner Sicht wird das Potenzial von Immobilien in Bezug auf Kapitalerhalt und Wertsteigerung überschätzt. "Wir werden in den kommenden 15 Jahren eine große Zahl von Notverkäufen infolge von Erbschaften erleben", so Bauers Prognose.

Er erwartet daher einen wachsenden Preisdruck. Allenfalls für Metropolen wie München und Hamburg sowie begehrte Standorte wie Sylt und Stuttgart rechnet Bauer noch mit stagnierenden Preisen. "In Nebenzentren hingegen werden die Preise tendenziell zurückgehen."

Praxiswert ist die zweite große Säule für das Alter

Die zweitwichtigste Position im Vermögensmix ist für Ärzte in der Regel der Praxiswert. Meridio-Vorstand Zimmer warnt aber vor übertriebenen Erwartungen: "Am besten zieht man den Steuerberater hinzu, um zu einem realistischen Wert für Patientenstamm und Anlagevermögen zu kommen." Zudem sollten Praxischefs frühzeitig einen Nachfolger suchen und möglichst über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren einarbeiten. Aus steuerlichen Gründen kann ein Anteilsübernahmeplan über mehrere Jahre sinnvoller als die einmalige Zahlung eines Kaufpreises sein.

Besonders aufpassen sollten Ärzte, die ihre Praxisfinanzierung über eine Lebensversicherung tilgen. Bauer: "Die Kapitalerträge der Versicherer sind seit Jahren rückläufig. Die Ablaufleistung reicht womöglich nicht mehr aus, um den Kredit komplett abzulösen. Die Tilgungslücke muss dann vorrangig gedeckt werden."

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