Ärzte Zeitung, 03.12.2011

Euro-Anlagen in schweren Gewässern

Für Anleger sind die Aussichten angesichts der Euro-Krise derzeit wenig ermutigend. Gold und Immobilien sind aber nur vermeintlich sichere Häfen. Hier gibt es durchaus günstigere und rentablere Alternativen.

Von Stefan Ziermann

Euro-Anlagen in schweren Gewässern

Geht der Euro baden? Das befürchten jedenfalls viele Investoren und suchen fieberhaft nach sicheren Anlageformen.

© crimson / fotolia.com

Die Euro- und Finanzkrise ist an einem neuen Kulminationspunkt angekommen. Noch vor dem Jahresende wird es in Europa entscheidende Weichenstellungen geben.

Die deutsche Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird über unlimitierte Staatsanleihekäufe der EZB und/oder Eurobonds entscheiden müssen.

Mit ihrem Entschluss gewinnt die Politik erneut Zeit. Aber sie wird sich nicht weiter treiben lassen können, sondern muss das Schiff Europa auf einen gemeinsamen, vor allem aber klaren und fiskalisch vernünftigen Kurs bringen.

Maximal drei Jahre Zeit können sich die Regierungen mit weiteren Hilfskrediten und Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank kaufen.

Schlechteste Emission seit der Einführung des Euro

Dass die Märkte die Krise weiter eskalieren werden, hat die Versteigerung von deutschen Bundesanleihen im November gezeigt. Denn nicht einmal Deutschland - bislang die sicherste Adresse in der wankenden Eurozone - konnte seine Anleihe vollständig bei den Investoren platzieren.

Nur 3,9 Milliarden Euro haben die Investoren dem deutschen Staat geborgt, sechs Milliarden Euro wollte Deutschland ursprünglich aufnehmen. Damit war die Emission Mitte November die schlechteste seit der Einführung des Euro.

Und die Emission war auch ein unüberhörbarer Warnschuss, direkt vor den Bug des Kanzleramtes in Berlin. Die Botschaft: Die europäische Schuldenkrise ist nicht das Problem der anderen, sondern am Ende auch der Deutschen.

Das Signal der Märkte ist unmissverständlich: Die Politik kann noch einmal weitere Euro-Rettungsaktionen beschließen. An fiskalischen Grundsatzentscheidungen zum Zusammenleben im gemeinsamen Haus Europa kommt sie aber nicht vorbei.

Anleger und Investoren müssen sich daher auf dauerhaft unruhige Zeiten und stark schwankende Finanzmärkte einstellen. Die größte Herausforderung ist, taktisch immer wieder auftauchende Rendite-Chancen wahrzunehmen und zugleich strategisch den Vermögenserhalt dauerhaft zu sichern.

Gute Renditechancen mit deutschen Versorger-Aktien

Gerade das ist nicht so einfach, wenn viele Investoren in Sicherheit flüchten. So sind gerade die klassischen Fluchtburgen - Gold, Immobilien und auch der Schweizer Franken - schon ziemlich teuer. Ein kluges Absicherungsinstrument sind diese Investments aus unserer Sicht darum nicht mehr.

Denn das Risiko, dass es gerade in diesen Anlageklassen zu heftigen Kursverwerfungen kommt, ist hoch. Der Kursrutsch beim Gold von 1900 auf 1600 US-Dollar je Feinunze im September hat das deutlich gezeigt.

Die reflexartige Flucht in Gold und Immobilien ist nicht der klügste Weg, sein Vermögen vor einem drohenden Wertverfall zu schützen. Erfolgversprechend ist, Anlageklassen und Investments zu finden, die ein hohes Maß an Sicherheit bei einer zugleich fairen Bewertung bieten.

Solche Alternativen sind zum Beispiel deutsche Versorger-Aktien, ausgewählte US-Immobilien oder Währungen aus aufstrebenden Volkswirtschaften. Anleger, die preiswerte Alternativen zu den hinlänglich bekannten und darum bereits zu teuren sicheren Häfen finden, haben gute Chancen, Rendite und Vermögensschutz miteinander zu verbinden.

Zur Person: Stefan Ziermann ist Ressortleiter im Verlag Fuchsbriefe.

Leitfaden gegen den Wertverfall des Geldes

Euro-Anlagen in schweren Gewässern

Im Fuchs-Geldanlagebuch "Alternativen. Wenn das Geld verfällt" wird gezeigt, mit welcher Strategie Anleger ihr Vermögen strategisch vor dem drohenden Wertverfall schützen können.

Darüber hinaus erfahren Leser, welche Chancen sich in den stark schwankenden Märkten bieten und wo im nächsten Jahr aussichtsreiche Renditen bei akzeptablem Risiko locken. Ein Blick über das Jahr hinaus rundet das umfangreiche Buch ab.

Das Fuchs-Geldanlagebuch setzt die Buchreihe fort, die seit über 15 Jahren immer im Oktober im Verlag Fuchsbriefe, der wie die "Ärzte Zeitung" zur Springer Fachverlagsgruppe gehört, erscheint.

Im Buch finden sich Beiträge von den Fachredakteuren des Verlags und über 20 Gastbeiträge von Banken und Vermögensverwaltern aus Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und Österreich.

 

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