Ärzte Zeitung online, 12.05.2012

Beitragssenkung bei Rente auf 19 Prozent zeichnet sich ab

Wenn es bei den guten Vorzeichen bleibt, können sich Beschäftigte und Arbeitgeber im nächsten Jahr auf eine deutliche Senkung des Rentenbeitragssatzes freuen. Und zwar auf den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Offiziell ist das aber noch nicht.

BERLIN (dpa). Das gute Wirtschaftswachstum beflügelt nicht nur die Steuereinnahmen. Auch in den Rentenkassen klingelt es. Und zwar so kräftig, dass sich für das kommende Jahr eine deutliche Beitragssatzsenkung von derzeit 19,6 Prozent auf 19,0 Prozent abzeichnet. Rentenexperten bestätigten der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Berlin diese Einschätzung.

Zuletzt war die Bundesregierung von einer Senkung des Rentenbeitragssatzes Anfang kommenden Jahres auf 19,2 Prozent ausgegangen. Dies dürfte nun überholt sein.

Eine Beitragssatzsenkung um 0,6 Prozentpunkte entlastet einen Arbeitnehmer mit einem Monatseinkommen von 2000 Euro um 6 Euro im Monat. Bei 3000 Euro sind es 9 Euro monatlich, bei 4000 Euro dann 12 Euro. Der Arbeitgeber wird um die gleichen Beträge entlastet.

Ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums sagte dazu: "Sicher ist nur, dass der Beitragssatz zur Rente im kommenden Jahr sinken kann." Korrekt sei, dass nach dem Ergebnis der jüngsten Steuerschätzung auch die Experten im Schätzerkreis der Rentenversicherung zu dem Ergebnis kommen, "dass der Beitragssatz 2013 voraussichtlich noch etwas stärker absinken kann als auf den bislang angenommen Wert von 19,2 Prozent".

Es handelt sich dabei nach den Worten des Sprechers allerdings um das Ergebnis einer vorläufigen Modellrechnung. In welchem Umfang der Beitragssatz 2013 tatsächlich sinke, stehe erst im Herbst auf Basis der dann vorliegenden Daten fest.

Einen vergleichbar niedrigen Beitragssatz in der Rentenversicherung gab es zuletzt im Jahr 2002 - mit damals 19,1 Prozent. Danach kletterte er in zwei Schritten auf 19,9 Prozent. Auf diesem Niveau lag er fünf Jahre lang, von 2007 bis 2011.

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