Ärzte Zeitung, 21.07.2012

Anlagen-Kolumne

Wie Aktien Krisen-Klippen umschiffen

Zinspapiere versprechen angesichts der Inflation keine attraktive Rendite mehr. Mit Aktien sichern sich ausdauernde Anleger hingegen gut gegen Marktrisiken ab.

Von Gottfried Urban

Aktien umschiffen auf lange Frist viele Krisen-Klippen

Wer sein Geld langfristig anlegen will, muss sich fragen, was in zehn oder 20 Jahren noch Bestand hat. Sollte man beispielsweise im aktuellen Umfeld Geld langfristig in Zinspapiere für die Ausbildung der Kinder bzw. für die eigene Altersvorsorge stecken?

Gewiss, einen Teil des Ersparten so anzulegen, ist sinnvoll. Aber dabei sollten Anleger nicht aus dem Blick verlieren, dass die Zinsen nicht einmal mehr die Inflationsrate decken.

Was viele Sparer übersehen: Über die Lebensversicherung, die betriebliche Altersvorsorge sowie das Bank- und Bausparguthaben sind sie ohnehin schon sehr stark in Geldwerten investiert.

Weit über 80 Prozent des Geldvermögens der privaten Haushalte sind in Zinspapieren gebunden - in Schuldversprechen von Gläubigern also, die dafür nur noch mickrige Zinsen bezahlen.

Produktivkapital in Form von Qualitätsaktien dagegen sind meist untergewichtet, in vielen Depots finden sich gar keine Aktien mehr.

Anhaltend niedrige Zinsen bei leichter Inflation, eine zunehmende Mittelschicht in Entwicklungsländern, stabile Wirtschaftswachstumsraten und Anleger, die keinerlei Risiken eingehen wollen, sind die Basis für eine lang anhaltende Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten.

Option: Ratenweise einsteigen

Mit Produktivkapital können Anleger langfristig viele politische und wirtschaftliche Klippen umschiffen.

Wer sich noch nicht sicher ist, kann ratenweise in den Aktienmarkt einsteigen. Für die Altersvorsorge eignen sich aber nur breit gestreute Europa- oder Weltfonds sowie flexible Mischfonds mit einer guten Aktienquote.

Ausdauer wird gerade bei der Aktienanlage honoriert. Auf lange Sicht schlägt die Anlage in Produktivkapital jede andere Anlageform.

Anleger, die in den vergangenen 55 Jahren das aktuelle Kindergeld in Höhe von 184 Euro monatlich in einen globalen Aktienfonds angelegt hätten, wären im ungünstigsten Fall nach 18 Jahren bei einem Einzahlungsbetrag von 39.800 Euro bei einem Depotstand von etwa 46.000 Euro gewesen, und zwar für den Zeitraum Anfang 1991 bis Ende 2008 - immerhin noch gut drei Prozent pro Jahr.

Am besten schnitten Anleger ab, die Anfang 1982 starteten und Ende 1999 über 184.000 Euro verfügten. Im Schnitt konnten auf 18 Jahre gerechnet etwa 108.000 Euro erzielt werden.

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