Ärzte Zeitung, 15.10.2012

Klettern

Trendsport erfreut auch die Anleger

Klettern ist in Deutschland zum neuen Modesport geworden. Mit Aktien von Ausrüstern können Anleger von diesem Boom profitieren.

Von Richard Haimann

Trendsport Klettern erfreut auch die Anleger

Immer mehr Freizeitsportler zieht es ins Gebirge. Das haben auch die Sportartikelhersteller erkannt.

© MickyWiswedel / istockphoto.com

NEU-ISENBURG. Klettern ist in. Allein in Deutschland zieht es mehr als eine halbe Million Menschen in ihrer Freizeit in die Vertikale.

Weltweit sind es mehr als 30 Millionen. Mit Aktien börsennotierter Ausrüster können Anleger versuchen, vom Boom zu profitieren.

370 Kletterhallen gibt es inzwischen in Deutschland. 180 von ihnen sind in Händen privater Betreiber.

190 haben die Sektionen des Alpenvereins aufgezogen, dessen Mitgliederzahlen vor allem durch den großen Zulauf der neuen Sportart seit dem Jahr 2000 um mehr als 50 Prozent auf 939.000 gestiegen sind.

"Klettern wird immer beliebter", sagt Thomas Bucher, Sprecher des Alpinistenverbands. "Der ganz große Schub steht noch bevor", meint Edgar Faller, Mitglied im Vorstand von KLEVER, dem Verband der privaten Kletterhallenbetreiber.

Denn Klettern soll zur olympischen Disziplin werden. "Das wird noch mehr Menschen für den Sport begeistern", so Faller.

Die Hersteller von Ausrüstungs- und Kleidungsstücken für die Athleten der Vertikalen können sich schon jetzt nicht über die Nachfrage nach ihren Produkten beklagen.

So steigerte die US-Gesellschaft Black Diamond, ein Hersteller von Klettergurten und Sicherungsgeräten, im zweiten Quartal 2012 seinen Umsatz im Vergleich zur Vorjahreszeit um 13 Prozent auf 31,9 Millionen US-Dollar (rund 25 Millionen Euro). Der Gewinn vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen betrug 465.000 Euro.

Seit Jahresbeginn ist die Aktie (ISIN US09202G1013) 26 Prozent im Plus. Die Analysten von Oppenheimer erwarten, dass die Gesellschaft in den kommenden Jahren weiter stark wachsen wird und stufen das Papier mit Übergewichten ein.

Was Black Diamond aus Salt Lake City für Anleger interessant macht: Das Unternehmen zählt zu den weltweit größten Herstellern von schnell verschleißenden Karabinern, Klemmkeilen und Expressschlingen. Die Sicherungsgeräte nutzen sich schnell ab und müssen regelmäßig ersetzt werden.

Kleine aber wachsende Sparten

Kräftig zulegen konnte im vergangenen Quartal auch Amer Sports (FI0009000285). Dessen Umsatz stieg im Vergleich zum zweiten Quartal 2011 um 12,1 Prozent auf 353,8 Millionen Euro.

Die Bruttomarge verbesserte sich im Jahresvergleich von 42,3 auf 43,1 Prozent. Zur finnischen Sport-Holding gehören der kanadische Klettergurt-, Rucksack- und Kletterbekleidungsspezialist Arc'teryx, der Berg- und Laufschuhhersteller Salomon und der Höhenmesser- und Sportuhrenproduzent Suunto.

Die Aktie ist seit Jahresbeginn um zwölf Prozent gestiegen. Aktuell haben drei Analysten das Papier mit Kaufen, sechs mit Übergewichten und zwei mit Halten eingestuft.

Auch der deutsche Sportartikelkonzern Adidas (DE000A1EWWW0) drängt mit Macht in den Markt. 2011 haben die Herzogenauracher ihren Umsatz im Outdoor- und Klettergeschäft um 40 Prozent auf rund 300 Millionen Euro gesteigert.

Gemessen am Gesamtumsatz von 13,4 Milliarden Euro in 2011 ist die Sparte zwar noch klein. Sie soll aber kräftig ausgebaut werden. "2015 wollen wir insgesamt 17 Milliarden Euro umsetzen, davon 500 Millionen Euro im Kletter- und Outdoorsegment", kündigte Sprecherin Katja Schreibern an.

Um das Ziel zu erreichen, hat Adidas Ende 2011 den kalifornischen Kletterschuhhersteller Five Ten gekauft.

Der Schweizer Hersteller Mammut produziert für die Szene Klettergurte und -schuhe, Sicherungsgeräte und Seile. Die Marke gehört zur Schweizer Conzzeta- Holding (CH0002657986).

Mammut trug im vergangenen Jahr knapp 18,7 Prozent zum Gesamtumsatz von 1,128 Milliarden Franken (940 Millionen Euro) bei. Die Conzzeta-Aktie fiel seit Jahresbeginn um 3,8 Prozent.

Die Anlagen- und Maschinenbausparten der Holding leiden unter dem starken Schweizer Franken. Der Konzerngewinn in der ersten Hälfte 2012 lag mit 12,9 Millionen Franken (10,75 Millionen Euro) 40 Prozent unter Vorjahresniveau.

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