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Anlagen-Kolumne

Monetärer Rückenwind kompensiert schwache Konjunktur

Eher schwach zeigt sich derzeit die Konjunkturentwicklung. Allerdings wird deren Einfluss auf die Aktienmärkte durch das positive Geldmengen-Wachstum gemindert.

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

Obwohl in den USA die Konjunkturdaten zuletzt etwas über den Erwartungen lagen, verläuft international und auch in den USA die Konjunkturentwicklung derzeit eher schwach.

So zeigt sich in Spanien eine weitere Beschleunigung der Abwärtstendenz. Die Autoabsätze sind im September im Vergleich zum Vorjahr beispielsweise um 30 Prozent eingebrochen. Ein solches Umfeld ist ein schlechtes Zeichen für die zukünftigen Unternehmensgewinne.

Wie die aktuelle Berichtssaison zum dritten Quartal 2012 zeigt, verfehlen in Europa derzeit etwa genauso viele Unternehmen die Erwartungen, wie Unternehmen sie übertreffen. Im gewichteten Durchschnitt überwiegt sogar die negative Überraschung.

Entsprechend eingetrübt sind auch die Umfragen unter den Einkaufsmanagern, sowohl in Europa, als auch weltweit. Wobei zu beachten ist, dass diese Konjunkturdaten in der Regel eher einen nachlaufenden Charakter haben und an den Tiefpunkten sogar häufig antizyklische Kaufsignale liefern. Allerdings dürfte diese schwache konjunkturelle Entwicklung die (grundsätzlich begründete) Gefahr von Inflation vorerst dämpfen.

Im Moment sind weltweit noch keine besorgniserregenden Inflationstendenzen zu erkennen, auch wenn der Nährboden mit der weltweiten Notenbankpolitik gelegt ist.

Ohne signifikante Lohnerhöhungen und steigenden Konsum wird es vorerst dabei bleiben, dass das zusätzlich "gedruckte" Geld sich seinen Weg in Vermögensgüter wie Aktien, Anleihen, Gold und Immobilien sucht.

Traurige Tendenz ungebremst

Die Industriemetalle dürften dagegen kaum von der zusätzlichen Liquidität profitieren, denn sie hängen vor allem von der Konjunktur ab. Für die Aktienmärkte bleibt es dabei, dass die monetäre Entwicklung, das heißt das positive Wachstum der Geldmengen, den Einfluss der Konjunktur überwiegt.

Dies gilt so lange, wie sich unter anderem die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) weiter von einer deutschen, hin zu einer italienischen Politik entwickelt. Aus heutiger Sicht ist diese traurige Tendenz ungebremst.

Auch in Japan haben sich die Parteien wohl darauf verständigt, einen Notenbank-Präsidenten à la Fed-Chef Bernanke ("Helicopter-Ben") einzusetzen. Hintergrund ist das verzweifelte Bemühen der Japaner, die eigene Währung zu schwächen und damit den Export anzukurbeln. Sollte dies gelingen, wäre das auch eine Chance für Investoren.

Denn japanische Aktien sind nicht teuer und die internationalen Fondsmanager sind stark untergewichtet in Japan, was zu vermehrtem Kapitalzufluss führen könnte, wenn sich die Rahmenbedingungen für die japanischen Papiere (gleiches gilt für chinesische Aktien) bessern.

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