Ärzte Zeitung, 20.11.2012

Fuchsbriefe

Vermögensverwalter im Qualitätstest

Wer ist der beste Vermögensverwalter? Dieser Frage ist der Informationsdienst "Fuchsbriefe" auch in diesem Jahr nachgegangen. Der Qualitätstest zeigt: Noch immer haben viele Vermögensverwalter Probleme, die Risikoeinstellung ihrer Kunden einzuordnen.

Von Christiane Kern

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Gute Beratung? Die Fuchsbriefe haben den Test gemacht.

© Kzenon / fotolia.com

BERLIN. Seit zehn Jahren schickt der Informationsdienst "Fuchsbriefe" jedes Jahr Testkunden auf die Reise, um bei professionellen Vermögensverwaltern die Qualität der mündlichen und schriftlichen Erstberatung zu überprüfen. Daraus entsteht in jedem Jahr eine Bestenliste der Vermögensverwalter.

Die Ergebnisse geben aber auch immer wieder einen Überblick über die Beratungsqualität in der Vermögensverwaltung und im Private Banking.

Das Fazit für die sogenannten "Tops 2013": Noch immer gehen viele Banken und Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum nicht professionell mit der Risikoeinstellung ihrer Private-Banking-Kunden um.

"Leider führte nur etwa die Hälfte der getesteten Anbieter in dieser Beziehung die Kundengespräche mit der nötigen Sorgfalt und Genauigkeit durch. Das schlug sich dann gewöhnlich in der Qualität der Anlagevorschläge nieder", erklärte Ralf Vielhaber Chefredakteur der "Fuchsbriefe", die wie die "Ärzte Zeitung" zur Springer Fachverlagsgruppe gehören.

Sowohl die angemessene Risikodiskussion mit dem Kunden als auch die stimmige Ausgestaltung der individuellen Kundenportfolios stecke vielfach noch in den Kinderschuhen.

Das war nach den Ergebnissen der Tests allerdings nur die eine Seite der Medaille, insgesamt sei das Beratungsniveau hoch gewesen, sagte Vielhaber bei der Festveranstaltung zur Verleihung der Preise an die Testsieger.

Es habe ein Spitzenfeld von 13 Anbietern gegeben, die in allen Prüfkategorien mit sehr hohen Punkzahlen abgeschnitten hätten.

In allen Prüfdisziplinen vorne

Die Nummer eins im aktuellen Markttest war - wie bereits in den Tops 2012 - der bankunabhängige Vermögensverwalter Feri Trust GmbH, der insgesamt 86,8 Punkte von 100 möglichen Punkten erzielte.

Die Bad Homburger Vermögensprofis zeigten laut "Fuchsbriefe" in allen Prüfungsdisziplinen - Beratungsgespräch, Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Transparenz - herausragende Leistungen.

Auf den nächsten Plätzen folgten die Genossenschaftliche DZ Privatbank (Luxemburg) und die Walser Privatbank, eine zum österreichischen Raiffeisenverbund gehörende Privatbank.

Für den Qualitätstest lassen "Fuchsbriefe" und Dr. Richter | IQF jährlich Testkunden rund 100 Beratungsgespräche bei Banken und Vermögensverwaltern führen.

Im Testpool des neuen Reports mit dem Titel "Tops 2013: Das Risiko im Griff" befanden sich insgesamt 106 Anbieter, davon 38 in Deutschland, 23 in der Schweiz, 21 in Österreich, elf in Liechtenstein und 13 in Luxemburg.

In der Langfrist-Auswertung der sogenannten "Ewigen Bestenliste" verdrängte im Markttest für 2013 die DZ Privatbank Luxemburg die Bank Julius Bär aus der Schweiz von Platz eins.

Auf Rang zwei folgt mit Hauck & Aufhäuser Banquiers ein weiterer Luxemburger. Platz drei belegt die Feri Trust GmbH.

Beratungsstarkes UBS-Team

Im Beratungsgespräch, das zu 40 Prozent in die Wertung eingeht, lag diesmal ein Münchner Team der UBS an der Spitze. Qualitativ auf einer Höhe seien die Testgespräche bei der Credit Suisse Private Banking als auch bei der Spudy Family Office in Hamburg.

In der schriftlichen Vermögensstrategie, die 35 Prozent der Gesamtwertung ausmacht, punktete der Gesamtsieger Feri Trust. Die Experten hätten Risikoszenarien wie eine höhere Inflation diskutiert und ein passgenaues Anlagekonzept entwickelt.

Den Platz zwei erreichte die Liechtensteiner Landesbank. Sie habe durch fundierte Erläuterungen des Konzepts und individuelle Antworten auf schwierige Fragestellungen überzeugt. Es folgte die Walser Privatbank, die ein gut nachvollziehbares Risikomanagement dargestellt habe.

Die beste Portfolioqualität (neun Punkte der Gesamtwertung) belegte dem Test zufolge wie bereits im Vorjahr die Family Office von Berlin & Co.

Um die Kundenziele zu erfüllen, hätten es die Vermögensmanager geschafft, ein Portfolio aufzubauen, das einerseits die notwendige Rendite erwarten ließ, andererseits die vom Kunden gesetzte maximale Verlustschwelle als Risikomaß nicht überschritt.

Die höchste Transparenz (16 Punkte der Gesamtwertung) hat erneut HSBC Trinkaus & Burkhardt bewiesen. Die Private Banking Prüfinstanz befragte in dieser Prüfkategorie die Anbieter beispielsweise nach diversen Kennzahlen, darunter das Verhältnis von Anzahl Kunden zur Anzahl der Berater als Merkmal der Betreuungsintensität, zur Herstellung und dem Vertrieb hauseigener Produkte, zur Einbeziehung von Rückvergütungen in die jährliche Gebührenrechnung, aber auch zur vertraglichen Ausgestaltung.

Weitere Informationen: www.fuchsbriefe.de

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