Ärzte Zeitung, 11.02.2013

Container als Geldanlage

Wie geschnitten Brot

Wer in Container investieren will, sollte zuschlagen: Denn Container-Vermieter trotzen der Schifffahrtskrise. Anleger können von der Not der Reeder profitieren.

Von Richard Haimann

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Container sind bei den Reedereien zur heiß begehrten Ware geworden.

© Irina Fischer / Fotolia.com

NEU-ISENBURG. Das Geschäft scheint fast identisch: Sowohl bei Schiffs- als auch bei Containerfonds dreht sich alles um den Transport von Gütern und Waren.

Doch während viele maritime Beteiligungsmodelle in rauer See sind, läuft das Geschäft mit den Frachtboxen rund.

Die Textainer Group legte zuletzt mit jedem Quartalsbericht neue Rekordzahlen vor. Im jüngst rapportierten Dreimonatszeitraum von Anfang Juli bis Ende September 2012 steigerte der weltgrößte Containervermieter den Gewinn um 10,6 Prozent auf 50,7 Millionen US-Dollar (39 Millionen Euro).

Der Aktienkurs des auch an deutschen Börsen gelisteten Konzerns (ISIN BMG8766E1093) spiegelt den Erfolg wider: In den vergangenen zwölf Monaten ist das Papier um rund 33 Prozent gestiegen.

Vorstandschef Philipp Brewer sieht kein Ende der Erfolgssträhne: "Wir werden auch 2013 weiter wachsen."

Rund 100 Beteiligungen insolvent

Der Erfolg überrascht auf den ersten Blick. Schließlich leidet das Geschäft im internationalen Seehandel unter den drastisch gesunkenen Frachtraten. Fondsinitiatoren hatten von 2006 bis 2008 so viele neue Schiffe geordert, dass deren Anzahl viel stärker gestiegen ist als das Transportgüteraufkommen.

Jeder zweite Schiffsfonds ist deshalb in rauer See und leistet keine Ausschüttungen mehr. Rund 100 maritime Beteiligungen sind sogar insolvent gegangen. Doch der scheinbare Widerspruch ist gar keiner.

"Der Containermarkt tickt anders als der Schiffsmarkt", sagt Marc Nagel, Geschäftsführer des auf Container-Fonds spezialisierten Hamburger Emissionshauses Buss Capital.

Wie die Textainer Group erwerben auch Container-Fonds Frachtboxen, um sie anschließend an Reedereien und andere Transportgesellschaften zu vermieten oder langfristig zu verpachten.

Die Krise der Flottenbetreiber spielt den Frachtboxvermietern dabei in die Hände: "Container-Leasinggeber profitieren davon, dass Reedereien knapp bei Kasse sind", sagt Nagel. "Sie mieten lieber Container, als selbst welche zu kaufen."

Seit 2008 haben die meisten Reeder keine neuen Frachtboxen mehr erworben. Dadurch sind die Container zu heiß begehrten Waren geworden, seit das Frachtaufkommen wieder anzieht.

Buss Capital konnte sämtliche Frachtboxen seines Global Container Fonds 1 vorzeitig zum Rekordpreis von 165 Millionen US-Dollar losschlagen und den Fonds eineinhalb Jahre früher auf als geplant auflösen.

Auf Streuung kommt es an

"Die Anleger erzielten einen Gewinn von 14,1 Prozent pro Jahr", sagt Dirk Baldeweg, geschäftsführender Gesellschafter des Emissionshauses. Jetzt sind zwei neue Beteiligungsmodelle in der Platzierung. Die Mindestbeteiligung beträgt 15.000 Euro, die Laufzeit sechseinhalb Jahre, die vorgesehene Ausschüttung 6,5 Prozent pro Jahr.

2013 werde für Containervermieter wieder ein gutes Jahr, prognostiziert Justin Yaegerman, Analyst bei Deutsche Bank Securities.

"Der auf den Reedereien lastende finanzielle Druck verhindert, dass sie ihre eigenen Containerportfolios aufstocken." Mit wachsendem Handelsaufkommen steige jedoch die Nachfrage.

Allerdings sind auch Containerfonds kein risikoloses Investment. Das Emissionshaus Conrendit musste seit 2008 bei mehreren Beteiligungen die Ausschüttungen kappen. Auch zwei Containerfonds der Deutsche Capital Management (DCM) erfüllten 2010 bei Einnahmen und Ausschüttungen nicht die Prognosen.

Entscheidend für den Erfolg eines Containerfonds sei die Streuung des Verpachtungsgeschäfts auf mehrere Nutzer, sagt Markus Lentz, Analyst bei der Ratingagentur Scope.

"Sind alle Frachtboxen an eine Reederei vermietet und diese gerät in Schwierigkeiten, kommt auch der Fonds in die Bredouille." Zudem sollten Anleger darauf achten, dass der Initiator langjährige Erfahrungen im Geschäft habe.

"Dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Manager schnell einen neuen Mieter finden, wenn es bei einem Nutzer Probleme gibt", so Lentz.

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