Gehaltsvergleich

So viel verdienen Chefärzte

Über Geld redet man nicht? Die Beratungsfirma Kienbaum sieht das anders - und hat die Gehälter im Krankenhaus untersucht. Die Ergebnisse könnten den ein oder anderen Arzt erschrecken.

Veröffentlicht:
Interessant: Beim Blick aufs Gehalt gerät mancher ins Staunen.

Interessant: Beim Blick aufs Gehalt gerät mancher ins Staunen.

© Davorin Wagner

KÖLN. Für die Untersuchung "Ärzte, Führungskräfte und Spezialisten in Krankenhäusern 2013", hat die Managementberatung Kienbaum die Daten von 2904 Mitarbeitern aus 123 Häusern ausgewertet.

Danach erhalten Chefärzte durchschnittlich Jahresgesamtbezüge von 278.000 Euro, während die Klinikgeschäftsführer auf 182.000 Euro kommen. Zum Vergleich: Geschäftsführer in Wirtschaftsunternehmen verdienen laut Kienbaum im Schnitt stolze 372.000 Euro im Jahr.

Auch eine Ebene tiefer sind die Unterschiede nicht zu vernachlässigen. Während in der Wirtschaft Bereichsleiter auf der ersten Ebene unterhalb der Geschäftsführung im Durchschnitt Jahresbezüge von 155.000 Euro erhalten, sind es bei vergleichbaren Stellen in den Krankenhäusern 90.000 Euro.

Immer bedeutender werden der Erhebung zufolge zielbasierte Vergütungsanteile: 78 Prozent der Geschäftsführer werden demnach teilweise leistungsbezogen bezahlt. Dabei verschieben sich bei den Chefärzten die Gewichte.

Während vor 15 Jahren mit 92 Prozent noch die überwiegende Mehrheit ein Liquidationsrecht hatte, trifft dies bei Chefärzten mit Verträgen, die nicht älter als drei Jahre sind, nur noch auf ein Drittel (32 Prozent) zu.

Mehr Frauen in der Klinik

"Gleichzeitig hat sich die Verbreitung der Bonusvereinbarung seit 1995 von unter fünf Prozent auf fast 50 Prozent bei Neuverträgen erhöht", sagt Consultant Sylvia Löbach.

Chefärzte liegen bei der Höhe der variablen Vergütung an der Spitze. Sie kommen im Schnitt auf 130.000 Euro, während der leistungsorientierte Anteil bei Oberärzten 14.000 Euro im Jahr beträgt, bei Fachärzten 4000 Euro. Bei den Geschäftsführern beläuft sich der variable Teil der Vergütung auf 26.800 Euro.

Die Kliniken sollten nach Einschätzung von Löbach in diesem Bereich noch mehr tun. Schließlich gebe es einen Zusammenhang zwischen dem Personalmangel und der niedrigen Vergütung. "Krankenhäuser sollten künftig stärker auch auf variable Gehaltsanteile - an Zielvorgaben geknüpfte Boni - setzen, um Mitarbeiter zu binden".

Beim Frauenanteil in den Führungspositionen schneiden die Kliniken mit einem Anteil von 34 Prozent klar besser ab als Wirtschaftsunternehmen, die auf lediglich 13 Prozent kommen.

Nach wie vor sind Frauen in den Führungsetagen unterrepräsentiert: Von Chefärzten und Geschäftsführern sind gerade einmal je zehn Prozent weiblich. Im Schnitt verdienen Klinikärztinnen zehn Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. (iss)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Geldtipp-Podcast Pferdchen trifft Fuchs

Welche Anlageklassen sich 2026 lohnen

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Praxiswissen Geldanlage

Rücklagen für plötzlichen Geldbedarf: Auf die Dosis kommt es an

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert