Ärzte Zeitung online, 30.12.2013

Steuern zum Jahreswechsel

Höhere Belastungen für Gutverdiener

Die Steuerzahler haben 2014 dank des höheren Grundfreibetrags und steuerlicher Änderungen minimal mehr Geld in der Tasche. Bei Besserverdienern schlagen aber Belastungen in Folge höherer Beitragsbemessungsgrenzen für Sozialkassen zu Buche.

Höhere Belastungen für Gutverdiener zu erwarten

Gott würfelt nicht - trotz Steuern.

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BERLIN. Durchschnittsverdiener haben im kommenden Jahr etwas mehr Geld in der Tasche - auf Gutverdiener hingegen kommen höhere Belastungen hinzu. Das geht aus Berechnungen des Berliner Steuerrechtsexperten Frank Hechtner hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorlagen.

Danach können Durchschnittsverdiener 2014 auch dank des höheren Grundfreibetrages mit einem geringfügig höheren Nettolohn von 126 Euro im Jahr rechnen - vereinzelt auch bis zu fast 142 Euro. Höhere Beitragsbemessungsgrenzen in der Renten- und Arbeitslosenversicherung dagegen belasten Besserverdiener.

Der steuerliche Grundfreibetrag steigt im Januar für Ledige von 8130 auf 8354 Euro, bei Zusammenveranlagung auf 16.708 Euro. Das entlastet alle Steuerzahler. Spätestens für 2014 ist auch eine Erhöhung des Kinderfreibetrags nötig.

Nach dem jüngsten, vor einem Jahr verabschiedeten Existenzminimumbericht müsste er 2014 von derzeit jährlich 4368 auf 4440 Euro steigen. Davon profitieren vor allem höhere Einkommen.

Normalerweise steigt dann auch das Kindergeld. Das muss der Gesetzgeber aber noch regeln. Hinzu kommt die bessere steuerliche Absetzbarkeit für Vorsorgeaufwendungen.

Für Arbeitnehmer, die mehr als 3937,50 Euro brutto im Monat verdienen, steigen dagegen die Sozialabgaben. Grund ist die Anpassung der Beitragsgrenzen an höhere Einkommen.

Bis zu diesen Grenzen - sie sind in der Renten- und Arbeitslosenversicherung höher als in der Kranken- und Pflegeversicherung - müssen Beschäftigte und ihre Arbeitgeber Sozialbeiträge entrichten. Was darüber liegt, ist beitragsfrei.

Ein Alleinstehender ohne Kinder mit einem Bruttomonatslohn von 1000 Euro hat nach Hechtners Berechnungen im gesamten Jahr netto 41 Euro mehr zur Verfügung.

Die größte Entlastung von fast 142 Euro ergibt sich für einen verheirateten Alleinverdiener ohne Kinder mit einem monatlichen Bruttolohn von 2800 Euro. Ein verheirateter Alleinverdiener mit zwei Kindern und einem Bruttolohn von 3500 Euro kann im nächsten Jahr etwa 126 Euro mehr ausgeben.

Über weitere zu erwartende Steueränderungen aufgrund des Koalitionsvertrags haben wir bereits ausführlich berichtet. (dpa)

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