Ärzte Zeitung, 21.10.2014

Tagesgeld und Festgeld

Hier gibt es noch attraktive Zinsen

Die Zinsen sind im Keller. Dennoch bieten einige Banken noch verhältnismäßig gute Konditionen für Tages- und Festgeldanlagen. Verbraucherschützer raten Anlegern allerdings zur Vorsicht bei Kombiangeboten, die etwa Fondsinvestments voraussetzen.

Von Richard Haimann

Hier gibt es noch attraktive Zinsen

Konditionen unter der Lupe: Bei Kombiangeboten sollten Sparer genau hinschauen.

© photoGrapHie / fotolia.com

NEU-ISENBURG. Nächste Woche ist es wieder soweit: Am 30. Oktober zelebrieren die Banken und Sparkassen rund um den Globus wieder den Weltspartag.

Seit 1925 wird am letzten Arbeitstag vor dem 31. Tag des zehnten Monats im Jahr die Bedeutung des Sparens für die Daseinsvorsorge jedes Einzelnen und für die Kreditversorgung der Volkswirtschaften ins Bewusstsein gerufen.

Auf den ersten Blick dürfte den meisten Deutschen derzeit nicht der Sinn nach Sparen stehen. Seit die Europäische Zentralbank um die Konjunktur in der Eurozone anzukurbeln den Leitzins auf den historischen Tiefststand von 0,05 Prozent gesenkt hat, haben die meisten Banken ihre Einlagenzinsen dramatisch gekappt.

Nur noch 0,45 Prozent beträgt derzeit der Durchschnittszins für Tagesgeldkonten, hat das Verbraucherfinanzportal Biallo ermittelt. Bei Festgeldanlagen mit einer Laufzeit von einem Jahr ist der Zinssatz mit 0,48 Prozent kaum höher, weiß die FMH Finanzberatung.

Deutsche sparen trotz Niedrigzins

Dennoch sparen heute mehr Bundesbürger als vor zwei Jahren. Das zeigt eine neue Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank. Demnach legen 77 Prozent der Haushalte regelmäßig Geld auf die hohe Kante. 2012 waren es nur 73 Prozent. "Die Deutschen sparen unbeirrt weiter", sagt Postbank-Chefvolkswirt Mario Bargel.

Allerdings bieten einige Banken auch für Tages- und Festgeldeinlagen weiterhin attraktive Zinsen. Das zeigen aktuelle Vergleiche von Biallo und FMH.

Bei der Auswahl sollten Anleger aber nicht nur auf den Zinssatz, sondern auch auf die Konditionen achten. So gewähren die Direktbanken 1822direkt, Sherbank direct und Wüstenrot direct derzeit mit 1,3 Prozent die höchsten Zinssätze für Tagesgeldkonten.

Die ING-Diba bietet zwar nur 1,25 Prozent, dafür gilt der Zinssatz aber für Guthaben bis zu 100.000 Euro und ist für vier Monate garantiert.

Hingegen gewährt Wüstenrot direct die hohen Zinsen nur für Guthaben von bis zu 10.000 Euro und für lediglich drei Monate. Bei 1822direkt gilt der hohe Zinssatz für Einlagen von maximal 25.000 Euro, die Zinsgarantie erlischt am 1. Februar kommenden Jahres. Bei der Sherbank direct ist der Zins nur bis Jahresende garantiert, gilt aber für Guthaben von bis zu zehn Millionen Euro.

Mehr Rendite mit Festgeld

Bei einjährigen Festgeldanlagen können Anleger noch höhere Erträge erzielen. Spitzenreiter laut aktuellem FMH-Ranking ist die bulgarische Fibank mit einem Zinssatz von 3,3 Prozent. Allerdings ist das angelegte Kapital bis zu einem Höchstsatz von 100.000 Euro durch die bulgarische Einlagensicherung geschützt - nicht durch die deutsche Einlagensicherung.

Auf Rang zwei folgt die Sherbank direct mit einem Zinssatz von 2,2 Prozent, bei der Beträge bis zu 100.000 Euro durch die österreichische Einlagensicherung geschützt sind. Bester Anbieter mit deutscher Anlagensicherung ist die zum Vorwerk-Konzern gehörende AKF Bank in Wuppertal mit einem Zinssatz von 1,7 Prozent.

Institute nehmen Ausgabeaufschlag

Einige Banken und Sparkassen bieten zudem Kombiprodukte, bei denen attraktive Zinsen auf Spareinlagen nur dann gewährt werden, wenn ein gleich hoher Betrag in einen Aktien- oder Rentenfonds investiert wird. "Auf solche Angebote sollten Anleger grundsätzlich verzichten", sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Bei der Zeichnung der Fonds erheben die vermittelnden Institute einen Ausgabeaufschlag von bis zu 5,25 Prozent. "Bis dieser Betrag bei einer Verzinsung des Sparkapitals von zwei Prozent wieder verdient ist, vergehen zweieinhalb Jahre", sagt Nauhauser. So lange ist jedoch der Zins auf die Spareinlagen nicht garantiert, zudem besteht das Risiko, dass der Fonds Verluste einfährt.

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