Ärzte Zeitung App, 29.10.2014

Altersvorsorge

Praxisabgabe spielt kaum eine Rolle

Ärzte messen dem Praxisverkauf nur einen geringen Stellenwert für ihre Altersvorsorge bei. Gut vorbereitet lässt sich dennoch ein adäquater Erlös erzielen.

NEU-ISENBURG. Die Abgabe der Praxis spielt für Ärzte kaum eine Rolle in Hinblick auf die Alterssicherung. Auf das Thema angesprochen, offenbart sich eine eher düstere Stimmungslage. Das zeigt die gemeinsame Leserumfrage zur Altersvorsorge in der Niedrigzinsphase von Springer Medizin und Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank).

Für etwa 55 Prozent der Umfrageteilnehmer spielt der Erlös aus der Praxisabgabe in puncto Altersvorsorge kaum oder gar keine Rolle. Einen Grund liefern die befragten Heilberufler gleich mit: Demnach sind fast zwei Drittel unsicher oder sehr unsicher, ob sie ihre Praxis überhaupt verkaufen können. Das gilt auch für die Teilnehmer, die kurz vor dem Ruhestand stehen.

Genügend Vorbereitungszeit einplanen

Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik der apoBank, sieht dennoch Chancen, die eigene Praxis zu angemessenen Konditionen zu verkaufen. Er rät dazu, genügend Vorbereitungszeit für die Abgabe einzuplanen: "Praxis-Chefs sollten mindestens fünf Jahre vor ihrem Ruhestand erste Maßnahmen ergreifen und sich nach möglichen Nachfolgern umsehen."

Ein strukturiertes Vorgehen erhöhe die Chancen auf eine erfolgreiche Abgabe und einen adäquaten Abgabeerlös merklich. "Investitionen in die Ausstattung können auf jeden Fall die Marktchancen verbessern", sagt Heßbrügge.

Hilfreich sei es auch, mittels einer Praxisbörse - wie sie von der apoBank angeboten wird - gezielt nach einem potenziellen Nachfolger zu suchen.

Nicht zuletzt empfiehlt es sich, potenzielle Nachfolgekandidaten so früh wie möglich in die Praxis einzubinden, zum Beispiel durch die Anstellung von Weiterbildungsassistenten. Ein weiterer Ansatz ist es, die Praxis in eine Kooperation zu überführen, etwa in eine Berufsausübungsgemeinschaft. Unter jungen Ärzten seien viele, die sich die Arbeit teilen möchten, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Und das gilt nicht nur für Jungärzte: "Die kooperative Arbeit ist auch für den Praxisabgeber interessant, er kann sich so langsam aus der gewohnten Arbeit zurückziehen", so Heßbrügge. (mh / ger)

lesen Sie dazu auch:
Altersvorsorge: Sicherheit geht vor Rendite

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