Ärzte Zeitung, 16.03.2015

Trotz Niedrigzinsphase

PKV präsentiert sich voll im Saft

Die PKV präsentiert sich leistungsfähig: Trotz Niedrigzinsphase stiegen die Altersrückstellungen 2014 auf einen neuen Höchststand.

Von Christoph Winnat

BERLIN. Struktureffekte am Arbeitsmarkt sorgten bei den Unternehmen der privaten Krankenversicherung vergangenes Jahr für einen leichten Rückgang im Bestand der Vollversicherten-Policen.

Ein deutliches Plus verbuchte die PKV dagegen im Geschäft mit Zusatzversicherungen, insbesondere mit staatlich geförderten Pflegezusatzversicherungen.

Einen neuen Rekordwert erreichten mit 202 Milliarden Euro (plus vier Prozent respektive 8,0 Milliarden Euro) die Alterungsrückstellungen.

Davon entfielen nach Angaben von Uwe Laue, Vorsitzender des PKV-Verbands, 174 Milliarden Euro auf die Krankenversicherung und 28 Milliarden Euro auf die Pflegeversicherung.

Damit hätten sich die Rückstellungen seit 2004 mehr als verdoppelt, so Laue anlässlich der Bekanntgabe der Branchenbilanz am Freitag in Berlin.

Die 2014er Zahlen im Einzelnen:

In der Krankheitsvollversicherung waren mit 8,83 Millionen Personen 0,6 Prozent weniger privat versichert als Ende 2013.

Begründet wird der Rückgang mit der starken Zunahme sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse im Jahresverlauf und im Zuge dessen auch des Wechsels vieler vordem privat versicherter Selbstständiger in die GKV.

Im Geschäft mit Zusatzversicherungen meldet der PKV-Verband 1,7 Prozent Zuwachs auf jetzt 23,93 Millionen Policen.

Ausgesprochen stark habe sich der Bestand staatlich geförderter Pflegezusatzversicherungen (sogenannter "Pflege-Bahr") entwickelt: um 56 Prozent auf 549.900 Verträge. - Der Bestand ungeförderter Pflegezusatzpolicen erhöhte sich um 4,5 Prozent auf 2,46 Millionen.

PKV-Chef Laue: "In den beiden Jahren seit Einführung der geförder-ten Pflegezusatzversicherung sind bereits mehr Verträge abgeschlossen worden als in den ersten 14 Jahren der ungeförderten Pflegezusatzversicherung.

Das zeigt, dass die staatliche Förderung die Menschen zu mehr privater Vorsorge bewegt."

Die Beitragseinnahmen der PKV-Assekuranzen stiegen um 0,7 Prozent auf 36,2 Milliarden Euro. Das "vergleichsweise geringe Wachstum" sei auch der "moderaten Beitragsentwicklung bei vielen PKV-Unternehmen" geschuldet, heißt es.

Die PKV-Versicherungsleistungen erhöhten sich 2014 um 1,8 Prozent auf insgesamt 24,7 Milliarden Euro.

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