Ärzte Zeitung online, 19.06.2015

apoBank

Vorstands-Nachfolge ist geregelt

Vier Prozent Dividende für 2014, gute Aussichten für 2015, und die Nachfolgeregelung im Vorstand scheint geklärt: Die apoBank ist nach einigen stürmischen Jahren wieder in ruhigem Fahrwasser angekommen.

Von Hauke Gerlof

DÜSSELDORF. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) sieht sich auch 2015 auf gutem Weg, den Jahresüberschuss nochmals zu steigern. Das hat Vorstandssprecher Herbert Pfennig bei der Vertreterversammlung der Genossenschaftsbank in Düsseldorf am Freitagnachmittag bekräftigt.

"Wir sind fundamental so gut aufgestellt, dass wir auch eine länger anhaltende Phase niedriger Zinsen unbeschadet bestehen und gleichzeitig aus eigener Kraft weiter Kapital für künftiges Wachstum aufbauen können", betonte Pfennig.

Vier Prozent Dividende

Der neue Wachstumsmotor der Bank sei das Anlagegeschäft - und damit "zielen wir im Gesamtjahr auf einen weiterhin steigenden Jahresüberschuss ab", so Pfennig. Das würde der Bank auch für 2015 wieder die Zahlung einer stabilen Dividende ermöglichen. Für 2014 beschlossen die Vertreter der Bank wie im Vorjahr eine Ausschüttung von vier Prozent auf das gezeichnete Kapital.

Insgesamt schüttet die Bank damit rund 40 Millionen Euro Dividenden an ihre Mitglieder aus. Zusätzlich habe die Bank 148 Millionen Euro an Rücklagen und Reserven gebildet, betonte Pfennig.In den ersten fünf Monaten 2015 ist nach den von Pfennig genannten Zahlen der Zinsüberschuss um ein Prozent gesunken, die Differenz im Vergleich zum Vorjahr werde aber wachsen, so Pfennig.

Beim Provisionsüberschuss gab es ein Plus von rund 11 Prozent. Auch der Jahresüberschuss ist per 31. Mai mit 11 Prozent im Plus (22,8 Millionen Euro).

In wenigen Jahren sei die Bank von einem der letzten Plätze bei der Eigenkapitalausstattung auf einen Spitzenplatz unter den Geschäftsbanken gekommen, erläuterte Pfennig den Vertretern. Den EZB-Stresstest hatte die apoBank als beste Geschäftsbank in Deutschland abgeschnitten.

Die gute Bonität schlage sich auch im Rating der Bank nieder: Moody‘s habe eine Erhöhung des langfristigen Kreditratings der apoBank um zwei Stufen auf Aa2 in Aussicht gestellt. Das sei die drittbeste Ratingnote, die Moody‘s vergibt, so Pfennig.

Die selbstständigen Heilberufler bildeten auch weiterhin die wichtigste Säule für die apoBank, fuhr Pfennig fort. Allerdings nehme deren Zahl aufgrund des strukturellen Wandels im Gesundheitswesen stetig ab. "Allein zwischen 2009 und 2013 haben wir einen Rückgang von 6700 selbstständigen Heilberuflern zu verzeichnen", so Pfennig.

Die Zahl der angestellten Heilberufler sei dagegen von 2009 bis 2013 um 40.000 gestiegen. Ein besonderer Fokus liege 2015 auf der Förderung von Existenzgründungen von Heilberuflern.

Pfennig scheidet voraussichtlich 2017 aus

Weitere große Themen für die apoBank sind die intensive Betreuung angestellter Heilberufler und Studenten, die weitere Stärkung des Anlagegeschäftes und der Ausbau des Firmenkundengeschäftes, wobei es ausschließlich um Unternehmen aus dem Gesundheitswesen gehe.

"Wir werden nur dort tätig, wo wir mit Spezialwissen weit unterdurchschnittliche Risikokosten erreichen können", betonte Pfennig.Mit ihrer seit 2002 bestehenden gemeinnützigen Stiftung, die jetzt neu aufgestellt werde, wolle die Bank zudem die Berufsausübung der akademischen Heilberufe in Deutschland weiter fördern.

Die Stiftung war damals gegründet worden, um Heilberuflern zu helfen, die von der Oderflut betroffen waren. Die Stiftung unterstütze pilotartige und regionale Projekte, die wegweisend seien, um Versorgungsprobleme zu lösen.

Aber auch in anderen Ländern, in denen die Arbeitsbedingungen für Heilberufler und die medizinische Versorgung nicht so weit entwickelt sind, wolle die Stiftung Verantwortung übernehmen. Den Vorstand der Stiftung bildeten sechs Mitglieder der Genossenschaftsbank.

Bei der Vertreterversammlung hat sich auch die Nachfolgeregelung für den voraussichtlich 2017 ausscheidenden Herbert Pfennig abgezeichnet. Nach einer Satzungsänderung, die die Vertreter am vergangenen Freitag beschlossen haben, wurde der 53-jährige Ulrich Sommer, Bereichsvorstand für die Ressorts Standesorganisationen, Großkunden und Märkte, vom Aufsichtsrat zum stellvertretenden Vorsitzenden ernannt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Apotheker Hermann Stephan Keller hatte zuvor angekündigt, das neue Amt sei auch geeignet, einen Nachfolger für den Vorstandsvorsitzenden aufzubauen. Sommer hat damit beste Chancen, 2017 die Nachfolge Pfennigs anzutreten.

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