Ärzte Zeitung, 21.12.2015

Weihnachten

Schenklaune beflügelt Börsianer

Zum Weihnachtsfest liegen häufig Luxusgüter, Mode und Smartphones auf den Gabentischen - das treibt die Gewinne und Aktienkurse der Hersteller.

Von Richard Haimann

Schenklaune beflügelt Börsianer

Die Deutschen lassen sich auch dieses Jahr nicht lumpen, wenn es um Weihnachtsgeschenke geht.

© deanm1974/Fotolia.com

NEU-ISENBURG. Süßer die Kassen nie klingeln: Deutschlands Einzelhändler erwarten im diesjährigen Weihnachtsgeschäft einen neuen Umsatzrekord.

Davon profitieren vor allem die Hersteller der verschenkten Produkte - und deren Aktionäre. Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), ist optimistisch: "Im diesjährigen Weihnachtsgeschäft rechnen wir mit einem Umsatz von 86,7 Milliarden Euro."

Gegenüber dem Vorjahr wäre dies ein Zuwachs von zwei Prozent - und damit ein neuer Rekord.

Zwar dämpft das milde Wetter den Absatz von dicken Jacken und warmen Stiefeln. Dafür greifen die Deutschen umso stärker bei Spielzeug, Uhren, Luxus- und Elektronikartikeln zu.

Davon profitiert ein Konzern besonders: LVMH. Das Kürzel steht für Louis Vuitton Moet Hennessy. Die französische Holding hält diese und 54 weitere Luxusmarken, die edle Parfüms, feinsten Champagner, erlesenen Cognac, hochwertige Chronometer, Schmuck und erlesene Modewaren fertigen.

Deren Absatz steigt von Jahr zu Jahr und ebenso der Kurs der Aktie: Seit 2005 hat das LVMH-Papier um 115 Prozent zugelegt. Thierry Cota, Analyst der französischen Bank Sociétè Générale, erwartet, dass der Kurs 2016 um mehr als 20 Prozent zulegen wird und stuft die Aktie mit Kaufen ein.

Potenzial auch im Mittelfeld

Die Analysten der britischen Bank Barclays sehen zudem Potenzial bei der Aktie eines Modeherstellers, der sich im mittleren Preissegment bewegt: Inditex. Zu dem spanischen Konzern gehören globale Marken wie Zara, Pull & Bear, Massimo Dutti und Stradivarius, die immer mehr Abnehmer finden.

Das liegt nicht zuletzt an der Konjunkturerholung im Heimatland des Konzerns selbst. "Die Modeverkäufe in Spanien erreichten im Oktober den höchsten monatlichen Stand seit sechs Jahren", heißt es in der Studie.

Entsprechend stark fielen die jüngsten Inditex-Zahlen aus. In den zwölf Monaten bis Ende Oktober dieses Jahres steigerte der Konzern seinen Umsatz um 16 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro; der Nettogewinn stieg um 20 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro.

Der Erfolg schlägt sich auch im Aktienkurs nieder. In den vergangenen drei Monaten legte das Inditex-Papier um mehr als zwölf Prozent zu.

Nicht nur die Barclays-Experten, auch Richard Edwards, Analyst bei Goldman Sachs, erwartet, dass der Aktienkurs 2016 weiter zulegen wird und rät zum Kauf: "Die Aussichten für die weitere Geschäftsentwicklung sind gut."

Begeisterung für Apple

Unter zahlreichen Christbäumen werden diese Weihnachten auch wieder Smartphones von Apple und dessen Mitbewerbern liegen.

Zwar kam Apple mit seinem iPhone Ende des dritten Quartals in den Vereinigten Staaten nur noch auf einen Marktanteil von 33,6 Prozent nach 41,9 Prozent im Vorjahr, weil vor allem neue Kunden der Telefongesellschaften zu günstigeren Smartphones mit Android- und Windows-Betriebssystemen greifen.

Dafür konnte Apple jedoch seinen Anteil am stark wachsenden chinesischen Markt auf 22,9 Prozent ausbauen. "Apple wird Umsatz und Gewinn 2016 weiter steigern", sagt deshalb Aron Rakers, Analyst beim US-Investmenthaus Stifel Nicolaus, und rät zum Kauf der Aktie.

Auf Sicht von zwölf Monaten könne das Papier um 35 Prozent steigen.

Auch Koreaner überzeugen

Kaufempfehlungen hagelt es auch für die Aktie des koreanischen Mitbewerbers Samsung, der nicht nur bei Android-Smartphones, sondern auch bei Flachbildschirmen zu den weltweit größten Anbietern zählt.

85,5 Prozent der Analysten, die das Unternehmen kontinuierlich beobachten, raten nach einer Erhebung der Nachrichtenagentur Bloomberg zum Kauf des Papiers.

Ein wesentlicher Grund: Die Samsung-Aktie wird an der Börse aktuell zum 9,2-fachen des Jahresgewinns gehandelt.

Sie ist damit deutlich billiger als das Apple-Papier, das das 12,85-fachen des Jahresertrags kostet.

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