Samstag, 1. November 2014
Ärzte Zeitung, 18.12.2012

E-Card

Keine Angst vor Online-Diensten

Vor den Online-Mehrwertdiensten der E-Card müssen sich Ärzte nicht fürchten. Laut IBM Healthcare setzt die Industrie hier nichts im Alleingang um.

Wünsche der Ärzte sind entscheidend

Schöne, blaue Online-Welt.

© Stefan Rajewski / fotolia.com

DÜSSELDORF. Wie geht es mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) weiter, nachdem die gematik nun die Ausschreibung für die Online-Tests gestartet hat? Und wie genau werden die Online-Mehrwertdienste aufgebaut?

Einen Ausblick gab Manuela Müller-Gerndt, Healthcare Leader bei IBM Deutschland, im Rahmen der diesjährigen Medica. IBM gehört nämlich zu den Unternehmen, die innerhalb der gematik-Ausschreibung unter die ersten fünf gekommen sind.

"Wir sichten gerade die rund 4000 Seiten der Ausschreibungsanforderung", sagte Müller-Gerndt der "Ärzte Zeitung". Dabei habe die Industrieseite ganz klar signalisiert, dass sie beim Projekt eGK nur dann weiter mitmacht, wenn die gematik auch die Ärzte mit ins Boot hole.

Für Müller-Gerndt ist aber noch etwas wichtig: "Die Ärzte brauchen einen Nutzen, also Mehrwerte." Und diesen sieht sie etwa in der elektronischen Fallakte (eFA) gegeben.

IBM will die komplette Infrastruktur stellen

Doch es sind ja gerade die Online-Anwendungen, die Ärzten Sorgen bereiten - weil sie um den Schutz sensibler Patientendaten fürchten. Hier kann Müller-Gerndt Entwarnung geben: Auf die Telematik-Plattform würden nur Projekte gehoben, die bereits heute losgelöst von der Gesundheitskarte im Einsatz seien oder erprobt würden.

Ein Beispiel sei etwa das eFA-Projekt, dass derzeit am Uniklinikum Aachen laufe. Hier wird Ärztenetzen und Kliniken über eine Tochterfirma der Uniklinik Aachen eine eFA-Plattform geboten.

Für Ärzte entstehen dabei keine zusätzlichen Investitionskosten. Müller-Gerndt: "Abgerechnet wird pro Fall bzw. transaktionsbezogen." Es würden aber auch Erfahrungen aus anderen Ländern mit Online-Mehrwertdiensten in die Umsetzung einfließen.

Wenn IBM tatsächlich den Zuschlag von der gematik erhält, dann wird das Unternehmen übrigens die komplette Telematikinfrastruktur stellen.

Und dabei eine skalierbare Plattform mit einer Auswahl möglicher Mehrwertdienste bieten, so Müller-Gerndt. Wobei sich das Unternehmen verschiedene Industrie-Partner mit ins Boot holt. (reh)

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