Ärzte Zeitung, 24.10.2008

Kommentar

Heile IGeL-Welt dank Wortkosmetik?

Von Matthias Wallenfels

In jedem Wirtschaftsbereich nehmen sich freizügige Unternehmer gern der Errungenschaften der Mitbewerber an und modifizieren sie nach eigenem Gutdünken. Man mag es sportlich sehen, wie jüngst ein hochrangiger Vertreter von Chinas zentraler Automobilbehörde, der, auf Plagiate angesprochen, philosophierte, dass man sich als Originalhersteller von den Nachahmern gebauchpinselt fühlen sollte, da das Produkt andere zum plastischen Nachempfinden animiere.

Ähnlich "geehrt" könnten sich Ärzte fühlen, die in ihren Praxen vertrauenswürdig IGeL anbieten und auch nur seriöse Leistungen im Spektrum haben. Die aufrichtigen Vertreter ihres Faches haben mitunter heftig mit unseriösen Anbietern zu kämpfen, die es immer wieder schaffen, das Fundament an vertrauensvollen IGeL-Aktivitäten durch Scharlatanerie und Missbrauch im Namen von IGeL zu untergraben.

Die reine Umbenennung der IGeL in "Innovationsmedizin", wie dies aus den Reihen der Dermatologen gefordert wird, um die Akzeptanz innovativer IGeL bei den Patienten zu verbessern, wird das Problem nicht lösen können. Aufklärung und ein gesundes Arzt-Patienten-Verhältnis bewirken hier mehr als hochwertige Nomenklatur-Kosmetik.

Lesen Sie dazu auch:
Vorfahrt für Innovationen sichert Praxiserfolg
"Innovationsmedizin" als Alternative zu IGeL?

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